
LATEINAMERIKA - Die
alte Sprache und vor allem der Kalender
der Maya benutzten viele
verschiedene Bilder
für die
Himmelsrichtungen. Manche
Amerindianer in Mexiko und Guatemala
führen einen akrobatische Figuren vor, genannt Danza de los Voladores
(s.
Wikipedia): die vier Seile repräsentieren die
Himmelsrichtungen,
der fünfte Mann auf dem Mast stellt die Sonne dar (evtl. kann
ein
sechster Mann den Mond darstellen). Sie machen 13 Drehungen um den
Boden zu erreiche: Das Produkt von 13 x 4 ist 52, d.h. die Anzahl der
Monate im Maya- bzw. Azteken-Kalender.
Die europäischen Zivilisationen haben mit den vier
Himmelsrichtungen und den Menschen, die dort lebten, verschiedene oft
widersprüchliche Ideen assoziiert. Beispiele:
Der Norden war für die Griechen der Antike der Ort, wo
einerseits
die Barbaren aber auch sehr weise Menschen wohnten. Für die
nordischen Völker hingegen ist der Süden der
Ingebriff der
Lebenslust (sonniges Wetter, Obst, fröhlicher Musikstil)
einerseits, aber auch der durch die Hitze verursachten Indolenz und
Nachlässigkeit. Der französische Journalist und
Philosoph
Roger-Pol Droit hat in der Tageszeitung Le Monde
(Juli und Aug. 2014) vier sehr interessante Artikel
über
dieses Thema (Kopien
verfügbar).
INDONESIEN| Seekarte
von Puerto Rico (16. Jh., Süd ist oben) ![]() (Zum Vergrößern, Bilder anklicken) |
Portugiesische
Karte (1590) ![]() |
Spanische
Karte (1583) ![]() |
Niederländische
Karte (ca. 1700) |
Touristenkarte (Korfu, 1990) ![]() |
Die Windrose
verdankt ihren Namen der Tatsache, dass auf den
alten Kompassrosen die einzelnen Unterteilungen nach den
vorherrschenden Winden benannt wurden. Im
Mittelmeerraum
wurden acht Hauptwindrichtungen ausgewählt und mit ihrem
Anfangsbuchstaben auf der Kompassrose vermerkt. Die
jeweiligen Sprachen unterschieden sich kaum, sodass der
Anfangsbuchstabe immer der gleiche blieb. Die
tatsächliche Windrichtung kann in der verschiedenen
Teilen des Mittelmeers jedoch sehr unterschiedlich sein. Daher haben
diese Bezeichnungen nur eine Bedeutung in bezug auf die magnetische
Ausrichtung des Kompasses (Beispiele: s. ob. Tabelle die span. Karte
von
1583 und im Abschnitt Marinekompasse die Instrumenten der Herren BAUDUF
und ROUX).
Die Windbezeichnungen sind auf einigen Karten im Klartext in
verschiedenen Sprachen ausgeschrieben wie beispielsw. Lateinisch,
Italienisch, Spanisch, Provenzalisch oder Französisch.
LATEINNord: SE = septentrionesOst: OR = oriens Süd: ME = meridies West: OC = occidens Foto von Kompass: E. Tulchinsky - seattlesbestart, Augsburg-Typ Sonnenuhr von J. A. Schöner Foto re.: Ansicht von Schloss Rainkam (Bayern) mit einer Kompassskizze, Michael Wening, 1701 (Foto Jaypee - zum Vergrößern, Bild anklicken) |
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ARABISCHNord: schamal, ursprünglich scham-al = eine Statue / ein Gott, die sich im Norden Arabiens befandOst: scharq (q = hartes k), urspr. schoroq = Sonnenaufgang Süd: dzanoub, urspr. dzanb = Seite West: raRb (das 1. r wird wie im Deutschen, das 2. wie im Spanischen gerollt ausgesprochen), urspr. ghorob = Sonnenuntergang (Quelle: Yahoo! Q/A - Hakim) S.a. Religion (Islam) Anderes Beispiel: OMI (Saudi-Arabien) |
![]() In der obigen Skizze ist Osten mit dem Buchstaben Q für Qibla geschrieben, während auf dem Bild des Kompasse der Buchstabe Schin für Nord und Ost verwendet wurde. |
BRETONDie in Frankreich (Bretagne) gesprochene Variante des Keltischen heißt Breton. |
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BULGARISCHWie Russisch (s.u.), mit einer Ausnahme: die Himmelsrichtung Osten heißt
(Aussprache: istok)
anstelle von BOCTOK
(Aussprache: wostok). |
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DÄNISCHNord : nordOst : øst Süd : syd West : vest |
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DEUTSCH (alt)Ursprünglich wurden die Himmelsrichtungen auf Lateinisch angegeben. Üblich war aber auch die Angabe mit Bezug auf die Position der Sonne am Himmel. Von Nürnberg und Umgebung gibt es eine Karte, die zwecks Bestimmung der Zugehörigkeit der umliegenden Ortschaften zur Kaiserresidenz und infolgedessen zur Erhebung der Steuern diente. Darauf steht Mitternacht für den Norden, der Sonnenaufgang (Auffgang) für den Osten und Mittag für den Süden. |
![]() ![]() ![]() |
DEUTSCH (modern)Nord (en)Ost (en) Süd (en) West (en) Die Himmelsrichtungen werden üblicherweise dekliniert (nach Norden fahren, die Süderelbe in Hamburg), aber die Endung wird in der Literatur manchmal weggelassen (Bild r.: Krieg gegen Frankreich 1870) |
Dieser
Kompass weist eine Teilung in 6400
Strich auf (Erläuterung: s. Teilungen). ![]() |
FRANZÖSISCHNord - Est - Sud - OuestDiese Schreibweise gilt übrigens für die anderen romanischen Sprachen wie Spanisch, Italienisch, Portugiesisch. |
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GÄLISCHNord: TuathOst: An Ear Süd: Deas West: An Iar (Bild r. anclicken zur Darstellung der gesamten Tabelle der 32 Striche) |
Im frühen 20. Jhdt. war Gälisch in Schotland
weit verbreitet.![]() |
INDIENUrdu / Sanskrit (Hindi)- Nord: (uttara) شمال / उत्तर - Ost: (pūrva) مشرق / पूर्व - Süd: (dakṣiṇa) جنوب / दक्षिण - West: (paścima) مغرب / पश्चिम Auf dem links abgebildeten Taschenkompass sind die Himmelsrichtungen (nur O, S und W, da Nord durch eine Lilie dargestelllt wird) in zwei indischen Sprachen, nämlich Urdu und Sanskrit angegeben. (Zum Vergrößern, Bilder anklicken) |
![]() (Foto links The Boreal Arrow) - Rechts: Schiffskompassscheibe in Sanskrit SEITENANFANG |
ITALIEN und MittelmeerDie Anfangsbuchstaben waren (im Uhrzeigersinn und in Schritten von jeweils 45 Grad):- im Norden: T für Tramontane, wenn keine Lilie dargestellt wurde. Manche Autoren vermuten, dass die Lilie durch eine Verformung des T entstand. Weitere Namen: bise (kalter Nordwind auf Französisch), septentrio (Latein). Es folgen dann: (Forts. rechts) |
- im N-O: G
für Grec,
Graeco,
ein von
Griechenland in Richtung Italien wehender Wind,- im Osten: E für ESTE (s. o. Karte von Puerto Rico) oder ein Kreuz für die Lage von Jerusalem oder auch das Wort für Sonnenaufgang levante, (s. Bilder in der Tabelle). - im S-O: S für Scirocco, ein warmer aus Afrika wehender Wind, - im Süden: O für Ostro (andere Namen: meridio, vent marin, de midi, mezzogiorno). Lateinische Herkunft, siehe Austria, Australien etc.) - im S-W: L für Libecchio, labech, lebeche, ein Wind, der Quer über Italien und Korsika weht, - im Westen: P für Ponant, ponente (untergehende Sonne), - im N-W: M für Maestro, Maestrale, Mistral (starker böiger Wind). (Foto ,,,) |
JAPANISCH (= Chinesisch)Nord: 北 kitaOst: 東 higashi Süd: 南 minami |
Kompass
heißt auf Japanisch rashinban ( 羅針盤
) d.h., Werkzeug, mit dem man eine Richtung findet (s.
Beisp. in
jap. Taschen- und Armbandkompasse, Japan).Tutorial im Internet: HIER. |
KOREANISCHNord : 북 BugOst : 동 쪽 Dongjjog Süd : 남 쪽 Namjjog West : 서 쪽 Seojjog Die Himmelsrichtungen sind mit den Lautbildungskörperteilen, den Elementen, den Jahreszeiten und den Musiknoten verwandt. |
![]() Foto links: Le prisme des langues, N. Tournadre, S. 93, L'Asiathèque, 2014 Foto rechts: Circular Yundo, antiquealive.blogspot.com |
NIEDERLÄNDISCH (Holländisch)NoordOost Zuid West Foto rechts: Die antike offizielle Windanzeige am Holland Amerika Lijn Haus in Rotterdam (Detailansicht: Bild anklicken) |
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POLNISCHNord = PÓŁNOCOst = WSCHÓD Süd = POŁUDNIE West = ZACHÓD |
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PORTUGIESISCHNorteLeste Sul Oeste (Zum Vergrößern, Bild anklicken)
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RUMÄNISCHNord - Est - Sud - Vest(IOR-Version, s. a. Bézard) Anm.: Dieser Kompass weist eine Teilung in 6000 Strich auf (Erläuterung: s. Teilungen). |
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RUSSISCHNord: Север (sewer)Ost: восток (wostok) Süd: юг (yug) bzw. летне (lietne) d.h. Sommer auf alten Karten (s. r., zum Vergrößern, Bild anllicken) Ost: запад (sapad) (Vgl. mit Bulgarisch und Serbokroatisch) |
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Manchmal findet man auch die deutschen
Anfangsbuchstaben N-S-W-O neben oder anstatt С - Ю-
З - В. Diese Tradition geht auf Peter den Großen
zurück, der die russische Marine gegründet hatte. Die
früheren Kompasse waren auch entsprechend gekennzeichnet.
Manche waren auch auf Niederländisch beschriftet, d.h. mit Z
(für Zuid) anstatt S. Beispiel:
"AZIMUT". |
SCHWEDISCHNord: nordenOst: öster Süd: söder West: väster Anm.: Dieser Kompass weist eine Teilung in 6300 Strich auf (Erläuterung: s. Teilungen sowie SILVA). |
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SERBO-KROATISCH Nord:
severOst: istok Süd: jug West: zapad (l. lateinische/r. kyrillische Schrift) |
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TSCHECHISCHNord = SEVERNÍOst = VÝCHOD Süd = JIH West = ZÁPAD |
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TÜRKISCHIn der Türkei wurden nacheinander drei Systeme verwendet: in ottomannischer Zeit wurde das arabische Alphabet verwendet. Nach der türkischen Revolution wurde das lateinische Alphabet eingeführt und einige Wörter der Sprache ersetzt. Die Himmelsrichtungen gehörten dazu. Je nach Transkription kann die Schreibweise leicht abweichen: Engl./Alttürk. (Arab.)/Alttürk (Lat.)Neuttürk. ![]() (Quelle: Wikipedia - Zum Vergrößern, Bild anklicken) . |
![]() Die Himmelsrichtungen in der alten türkischen Sprache in arabischer Schrift auf einem altem Kompass (s. Bild rechts) mit Engl. Äquivalent. Der Norden wird hier durch eine heraldische Lilie gekennzeichnet. (vgl. mit ARABISCH oben) Anm.: Im osmanischen Reich wurden die Himmelsrichtungen auch mit Farben gekennzeichnet. - kara = schwarz für Norden, daher Karadeniz der Name des Schwarzen Meers, das nördlich von der Türkei liegt. - ak = weiß für Süden. Das Mittelmeer heißt Akdeniz. - kızıl = rot für Westen (Sonnenuntergang ?) - yeşil = grün oder sari = gelb für Osten (Quelle WIkipedia). |
![]() Foto Kornelia Takacs |
| Deutsch /
Alttürkisch / Neutürkisch Nord = Şimal (Ş) / Kuzey (K) Ost = Şark (SK) / Doğu (D) Süd = Cenup (C) / Güney (G) West = Garp (GP) / Batý (B) |
![]() Oben: Die Himmelsrichtungen in Alttürkisch aber in lateinischen Buchstaben auf einem Bézard-Kompass (1930er J.). Rechts: modernes Türkisch |
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UNGARISCHNord: északOst: kelet Süd: dél West: nyugat Militärmodell der Fa. GAMMA: Null ist bei Süden (D) und Nord (É) bei 32oo Strich. Erläuterungen: Siehe BÉZARD, Gamma und MOM |
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