MARINEKOMPASSE

VORBEMERKUNGEN - Die allgemeine Entwicklung des Kompasses wird im Kapitel Verschiedenes / Geschichte kurz erläutert. Für ausführlichere Erläuterungen über die spezielle Entwicklung des Schiffskompasses verweisen wir auf das hervorragende Buch Der KOMPASS (A. Gurney, 2010). Allgemeine informationen über Schiffskompasse findet man HIER (ABC-Segelkurs, ab Kap. 9). Wir besitzen eines der seltenen Exemplare der absoluten Referenz in Sachen Kompasse, nämlich das zweibändige Werk Der KOMPASS von A. Schück (1911/1915). Die im Handel erhältliche Faksimile-Ausgabe ist in Wirklichkeit viel kleiner gedruckt und kaum lesbar, weil mit sehr niedriger Auflösung eingescannt. Die Entwicklung des Kompasses für Schiffe mit Metallrumpf in England im 19. Jh. wird in Steady as she goes (A. E. Fanning, 1986) ausführlich beschrieben (Geschichte der Kompassabteilung der britischen Admiralität). Siehe auch Verschiedenes / Literatur.
Bild r.: Drei Schiffskompasse in einem britischen Konversationslexikon (1826)
A
ACD422
Ablenkungstabelle
ADMIRALTY
AIRGUIDE
Angriffsscheibe (s. Kuhlmann
    sowie Steger)
ANSCHÜTZ
ASKANIA
AUGSBURG
B
BAGAT
BAMBERG
BARKER
BAUDUF
B.E.N.
BIANCHETTI
BIDLINGMAIER
BISSON (Elektr. Kompass)
BODAN (s. Askania)
Bootskompass (Dory compass)
BREMEN
BSH
BURNAT
bxx (s. Askania)

C
CARAC
CASELLA
CASSENS
C.G. Conn. Ltd.
CHETWYND
CHINA
CLARKE, Clement
Compass Verifier
      (siehe McGregor)
CREAK
CROW

D
D.C.  (s. Dubois & CAsse)
DENT & Co
Deutsche Seewarte
Deviations-Magnetometer
DHI (s. Deutsche Seewarte)
DIRIGO
DOIGNON
D'ONZEMBRAY
Doppelkompass (s. ASKANIA und BIDLINGMAIER hier - sowie BUSCH / Geologenkompasse)
DUBOIS & CASSE
DUCHEMIN

E
Elektr. Kompass (s. BISSON)

F
Fernkompasse (TMC)
Flindersstange
FLINT
Flüssigkeitsgedämpfter Kompass

G
GALILEO
GEHNA
GEOMAR (s. PLATH)
GRW (VEB Geräte &  
    Reglerwerke Teltow)

H
HANSEN
HARRI
HARTMANN
HECHELMANN
HOLM
HOLMES
HOULLIOT
HUGHES / HUSUN

I
IMRAY
Inklinator (Russland, s. KIPZ)

J
JAPAN
JENKIN
K
KAISER
Kaiserl. Marine (s. Kriegsmarine)
Kardanische Aufhängung
KELVIN HUGHES (Kelvite-Kompass)
KIPZ (КИПЗ auf Russisch)
Kompassarten
Kompasslabor (BSH)
Kompass-Kontrollgerät (s. McGREGOR)
Kompasssäule, -stand
Kompensieren (metall. Schiffe)
Kriegsmarine
Kreiselkompass
KUHLMANN

L
LARSEN
LE ROY
Lichtbildkompass
LIONEL, The ~ Corp.
LONGINES-WITNAUER
LUDOLPH
LYTH
M
MAGNAGHI
Marineeinheitskompassstand
Magnetometer (s. Deviations-M.)
McGREGOR
MERIDIAN
MOREL
MORIN
MSP (МСП auf Russe)
N
Nautische Werkstätten Kiel Lütjenburg
NEGRETTI & ZAMBRA

O
OBSERVATOR
ORDSCHONIKIDSE (Oрджоникидзе auf Russisch)

P - Q
PATIN
Patterns (britische Kompasstypen)
PEICHL
Peilaufsätze
Peilscheibe
Periskop-Kompass
PETERSEN
Pinnkompass
PK (ПК auf Russisch)
PLASTIMO
PLATH

R
RIJEKA
RITCHIE
ROUX
S
SAURA
Schmidt & Loyau
SCKELL
SEIK
SESTREL
SIMMS
SISTECO
SOLVER & SVARRER
STEWARD
STEGER
SUUNTO

T
Telltale Compass (Überkopfkompass)
THOMSON William
TMC (s. Fernkompass)
Training Compass Rose (US Navy)
Transmitting Magn. Comp. (TMC)
TREPAT
U
U-Boot-Kompass
Überkopfkompass (s. Telltale)
V
VIKING
VION
Vorhalterechner (s. Kuhlmann sowie Steger)
W
WALKER
WEILBACH
Wilcox Crittenden (W.C.)
WILKIE
X - Y - Z
Hersteller unbekannt

- A -

Ablenkungstabelle

Seitdem es Schiffe mit Metallrumpf gibt, d.h. seit etwa der Mitte des 19. Jh., wird eine spezielle Tabelle zur Korrektur der durch die Metallmassen verursachten Ablenkung erforderlich.  Siehe hierzu den Artikel zum Deviations-Magnetometer.
Historisches Beispiel: Gemäß der ergänzten Kompassrose (Abb. r.) sollte der Steuermann nach SW am Kompass steuern, um einen magnetischen Kurs nach WSW einzuhalten (Quelle: Der Kompass, A. Gurney, 2004/2010).
Abbildungen moderner Tabellen HIER.
Für mehr Informationen empfehlen wir die Website ABC-Fernkurs, Kap. 1.11 - Die Deviation.
Zum Vergrößern, Bild anklicken

ACD422

ACD422 ist die Bezeichnung eines Kompasses, der in einem zylindischen Gehäuse eingebaut ist. Die einzige verfügbare Information besteht aus den Angaben am Gehäuse (s. Bilder u.). Hersteller ist unbekannt (vielen Dank für Ihre Hilfe). Es handelt sich sehr vermutlich um einen Periskopkompass, der unter dem Kompasshaus eingebaut wird. Beschreibung: Teilkreis beidseitig lesbar. Das Symbol für Nord ist eine Lilie. Magnetnadel: zwei Barren. Kompassscheibe mit Schwimmer. S.a. Überkopfkompass / tell-tale compass.



Fotos Hugh ...

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Datenblatt
Abm. (H x Ø) : 5 x 4½" (130 x 110 mm)
Markierungen:
- Oben: Binnacle WD* 150 Gauge
- Unten:
Dia. of shoulder: 31191
Dia. of seating: 33148
- Seite: ACD422
* War Department

ADMIRALTY / Admiralität der Royal Navy (GB)

Frühere Abteilung der britischen Kriegsmarine (Royal Navy). Die Admiralty hatte eine eigene Kompassabteilung. Ihre Geschichte wurde im Werk Steady as she goes (A. E. Fanning, 1986) ausführlich beschrieben. Sie war im März 1842 gegründet worden. Der leiter dieser Abteilung war der Superintendent of Compasses. Berühmte Leiter waren u.a. Creak, Chetwynd, Creagh-Osborne usw. Diese Abtlg. war außerdem zuständig für die Flugzeugkompasse z.Z. des 1. Weltkrieges. Das Direktorium (Board of Admiralty) wurde 1964 aufgelöst und seine Aufgaben dem Ministry of Defence übertragen.

AIRGUIDE

Ehemaliges US-Unternehmen (mehr Informationen HIER). S.a. Taschen- und Armband & Ansteckkompass



(Zum Vergrößern,
Bild oben anklicken)

Fotos J. Houcke

Modell Nr. 92

Course Monitor (1958) - Datenblatt
- Abmessungen (Höhe x Durchmesser Sockel): 13 x 11 cm
- Gewicht: ca. 500 g
- Serien-Nr. der beiden Teile: P-4549 bzw. P-4551
- Teilung: keine Teilstriche und Himmelsrichtungen, sondern nur sechs Buchstaben im Abstand von je 60°: ABCXYZ. Der Buchstabe Y zeigt nach dem magnetischen Norden.
Der Zeiger kann um +/-30° verstellt werden. Am Sockel sind die Nord-Süd- und die Ost-West-Achse durch Abkürzungen (NS bzw. EW) angegeben.
Der konventionelle Kompasstyp hieß NAUTILUS (Nr. 90).
Gebrauchsanweisung und Werbung auf Wunsch lieferbar.

Anmerkung: Dieser Kompass sollte ergänzend zum normalen Schiffskompass verwendet werden. Sobald das Schiff auf Kurs war, konnte der Zeiger auf den nächsten Buchstaben gestellt werden. Das war die sich einfach zu merkende Kursvorgabe. War wohl kein Supererfolg...
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ANSCHÜTZ

Hermann (Hubert Josef) Anschütz-Kaempfe (geb. am 3. Oktober 1872 in Zweibrücken; † 6. Mai 1931 in München) war ein deutscher Wissenschaftler und Erfinder des Kreiselkompass (s. "Kreiselapparat", DRP 182.855 v. 27.3.1904). Er entwickelte einen vom Erdmagnetismus unabhängigen Richtungsweiser. Ausgangspunkt seiner Überlegungen waren die Arbeiten des französischen Physikers Foucault, der 1852 ein Kreiselinstrument -Gyroskop genannt- beschrieben hatte. Da dieses Instrument kein Magnetkompass ist, wird es in diesem Museum nicht näher behandelt. Auszug aus der ausführlichen Lebens- und Firmengeschichte (Quelle: Stadtarchiv Kiel):
Das Unternehmen Anschütz & Co. wurde am 28. Oktober 1905 in Kiel gegründet. Am 1. Januar 1995 ging das Unternehmen in die Raytheon Company, USA, über.
Bezügl. der Magnetkompasse in den deutschen U-Booten des 1. WK,  s. U-Boot.

Nachst. Tabelle: Anschütz & Co. Steuersäule mit Anschütz-Elektrokompass und integriertem Anschütz & Co. Steckkasten



Schilder von Steuersäule und Steckkasten
(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)

Fotos A. König

Kompass und Steuersäule

 
Datenblatt
Abmessungen
- Höhe Steuersäule: 1080 mm
- Durchm. Kompass: 245 mm
- Durchm. der Wiege für den Kompass: 280 mm
- Durchm. Bodenplatte: 380 mm
- Markierungen: Wappen der Kriegsmarine (Adler mit Hakenkreuz) im III. Reich, darunter " M " für Marine und rechts daneben die Seriennummer:

In der französischen (katholischen) Zeitung LA CROIX erschien am 23. Nov. 1907 folgender Art., in dem süffisant erklärt wurde, dass die neue Erfindung von Dr. Anschütz-Kaempfe nicht funktionieren konnte...





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ASKANIA

Deutsches Unternehmen (mehr darüber HIER - Siehe auch in der Kategorie Armband- sowie Marschkompasse). Sein Drei-Buchstaben-Code während des 2. WK war bxx (Link zum Foto von J-L Rosoux. Das mittlere Teil mit dem Firmennamen hat möglicherweise ein Teil ersetzt, das den Adler des III. Reichs und die Swastika trug).
Foto rechts: J. Hessels            
Die frühen Askania-Kompasse sind mit denjenigen von Carl Bamberg quasi identisch. Nur die Bezeichnung variiert.
In den vorliegenden Katalogen werden verschiedene Abkürzungen verwendet. Die Unterschiede sind nicht immer nachvollziehbar. Es ist auch nicht möglich, die gesamte Produktpalette zu zeigen. Die Zahl bezieht sich auf den Durchmesser der Rosenkarte in mm.
Nachst. Tab.: Bilder aus den Katalogen "Nautik 35 und Nautik 36" sowie aus dem Katalog von Askania VEB Teltow.


Rosen für Trocken- und Fluidkompasse
Askania - VEB TELTOW (Link zu Innenseiten)



(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)

 Fotos Holger "beutelbuch*de"

PEILDIOPTER, PEILAUFSATZ

Datenblatt

- Abmessungen (L x H): ca. 20 x 20
- Durchmesser Peilscheibe: 15 cm
- Gewicht: ?
- Hersteller: Askania VEB TELTOW (DDR) zw. 1948-1954
Dieses Instrument wird meistens auf der Nock aufgebaut.

Ein Ludolph-Kreiselkompass mit Zubehör

Fotos A. H.
Kreiselprüfstand
- Hersteller: BODAN / Perkin-Elmer (nach der Übernahme von ASKANIAs Bodenseewerk im J. 1955)
- Nato-Versorgungs-Nr. (NSN): 4920-12-120-6495
- Zubehörkiste: s. Foto u.


Link zum Bild vom Prüfschein 
Bootskompass Nkl 30 (1943)
- Durchm.: 62 mm (48 mm ohne Haltering); Höhe: 35 mm .
- S. a. Lichtbildkompass
Peilkompass mit durchsichtiger Kapsel und Halterung (für Armband?)
Externe Markierungen: keine
Teilung: 360°, handschriftl. vermutlich ein Prototyp.
Abm. (ohne Visierhilfen):
- Durchm.: 50 mm; Höhe: 22 mm

Double Compass For Earth Magnetic Measurements at Sea

ASKANIA fertigte für die Deutsche Seewarte einen speziellen Kompass auf der Grundlage von Bidlingmaiers Konzept. Dieses Instrument wurde für die Vermessung des Erdmagnetfelds eingesetzt. Es war in einem Tauchgerät untergebracht, der weit genug vom Schiffsrumpf und tief genug hing, um von den metallischen Massen des Schiffes und vom Seegang ungestört zu sein. Die Teilung der oberen Rose war an deren Unterseite gedruckt und beide Rosen waren von einer zwischen ihnen angebrachten Lampe angestrahlt. Die relativen Positionen der Rosen wurden über ein Prisma von einer Filmkamera aufgezeichnet. Die Ergebnisse wurden 1941 in einem Bericht für die Deutsche Seewarte zusammengefasst (englische Übersetzung liegt vor).

Datenblatt
Rosendurchm.: 110 mm
Strichlinie: schematischer Filmstreifenverlauf

Bild anklicken zur Anzeige der gesamten Anlage im Tauchgerät
Aufzeichnungen der Anzeige des Doppelkompasses


AUGSBURG

August Augsburg war ein dänischer Kompassmacher in Kopenhagen (KJØBENHAVN).
Die zukünftige Datenbank der Hersteller von Segeln, Flaggen und Kompassen “Sejl- flag- og kompasmagerlavets arkiv wird für die Jahre 1826-1862 möglicherweise mehr Infos liefern (lt. Herrn Tobias Reinel des Stadtarchivs). Familendaten (kirchl. Datenbank).

Holzgehäuse
(Höhe 115mm, Ø 160mm)


Fotos Th. Steffen
Rose Ø 105 mm

Autogramm im Kompass:


Rechzs: eine frühe (1850 ?)  Kompassrose, Bild aus Der Kompass (1911, s. Menü  Versch. / Gesch. - Literatur)
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- B -

BAGAT

BAGAT (Link zu Foto) ist der Name eines Kompasses der früheren jugoslawischen Marine. Es wird im Handbuch MAGNETSKI KOMPAS (1964) beschrieben.

BAMBERG

Carl Bamberg war ein deutsches Familienunternehmen mit Sitz in Friedenau bei Berlin (für mehr Informationen HIER klicken). Siehe auch weitere Produkte in den Abteilungen Taschen- und Luftfahrtkompasse.
Im Katalog Nautik XVII (Bild re) werden verschiedene Typen beschrieben, die später von ASKANIA weitergebaut  wurden. Wir haben beispielsweise in der Tabelle das Modell Ks 200 abgebildet. Ein Teil der Beschreibung ist auf den vergrößerten Ansichten zu sehen (der komplette Text kann bestellt werden). Ein weiterer Katalog (Nautik XIX) behandelt die Instrumente zur Bestimmung magnetischer Kräfte und zum Kompensieren von Kompassen, insbesondere das Deviations-Magnetometer.

U-Boote waren mit Kreiselkompassen (s. ANSCHÜTZ) ausgestattet. Jedoch konventionelle Kompasse waren auch erforderlich.
Zum Modell M 414 wurde folgende Erläuterung auf der Website warrelics.eu vom Mitglied drmessimer geliefert:
"They were introduced into the Kaiserliche-Marine in 1908 and were installed in four early Körting engine U-boats, U-1 to 4. Starting in 1910, only one and three axis gyro-compasses were installed in the U-boats under construction (U-5 to 15) and all subsequent boats until the end of the war. No magnetic compasses were installed in U-boats that were launched after 1909." (aus Arno Spindler, Der Handelskrieg mit U-Booten, Chapter 10 - Das U-Bootsmaterial. Die militärisch-technischen Vorbereitung und Vorbedingungen für den U-Bootskrieg, pp. 78-94, E. S. Mittler & Sohn, 1932).
They were installed in surface craft throughout the war, but not used as the primary navigating compass."
Siehe U-BOOT-Kompasse. In der Tabelle: Bilder aus verschiedenen undatierten Katalogen.

TROCKENKOMPASSE

Modell Ktp250 mit Thomson-Typ Rose  (vgl. mit Hechelmann-Typ, s.a. Kelvite)
 
BAMBERG-Rosen der Kaiserl. Marine (1871-1918)
(s.a. oben ASKANIA)


"Großer Normalkompass" Ktp200 und "kleiner Normalkompass" Ktp115 (Bootstrockenkompass) *

Datenblätter Ktp200 / Ktp115:

- Gewicht (ausgerüstet): 17 kg / 5 kg
- Durchm. Rose 200 mm / 115 mm

* ANM.: Die Bezeichnungen variieren je nach den Katalogen

 

Der Kompass Ktp200 wurde mit zwei Rosen mit je vier Magnetnadeln geliefert: flach bzw. vertikal angeordnet (s. Bild unten)
Anm.: Die Rose vom Kompass Ktp115 besaß nur zwei Magnetnadeln.
Windrose mit der Kaiserl. Krone unter der Nord-Lilie    Kompassrose mit vertikal angeordneten Magnetbarren


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KOMPASSE MIT FLUIDDÄMPFUNG

Modell 1903, TYP M 414



Seitenansicht mit der eingravierten Krone der Kaisermarine

Fotos Jan Hessels - Zum Vergrößern, Bilder anklicken



Dieser Kompass wurde von der Fa. STEGER Jr. Kiel, überprüft bzw. instandgesetzt (Vermerk auf der Scheibe unter der Nord-Marke)
Datenblatt
- Höhe: 135 mm
- Durchmesser: 210 mm
- Gewicht: ?
- S/Nr.: 13507
- Weitere Skalen (s. Foto unten):
    -A 15 10 5 0 5 10 15 +A
    +E 60 50 ... 0 ... 50 60 -E 


Modell 1903 Schnittzeichnung

(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)



Beschreibung

Quelle: Library of the University of Michigan (via Googlebooks)

Den kompletten Vortrag kann man HIER lesen.
Für komplette Beschreibungen,
die Bilder anklicken



Ältere Bauweise

Reservekompass für die Handsteueranlage auf großen Schiffen und Standardausstattung auf Torpedo- und Minensuchbooten.

Standardkompass älterer Schiffe der deutschen Marine und Minensuchboote

Dieser Kompass weist eine einfache M-Nummer gedruckt auf der Rose auf. Der gleiche Kompass existiert mit der kaiserl. Krone eingraviert auf der Achse der kardanischen Aufhängung (s. Kriegsmarine unten). Er wurde daher nach dem 1. Weltkrieg in der Handelsmarine wieder verwendet.


Fotos Ian Bell

Zum Vergrößern, Bilder anklicken
Datenblatt
- Höhe:
- Durchmesser:
- Gewicht:
- Teilung: 360° für direktes Ablesen sowie in Spiegelschrift zwecks Ablesung mittels Prisma (s. PLATHs Peilaufsatz).

Der Name der Werkes "Berlin-Friedenau". Der Name des Herstellers und sein Logo sind auf der Rose gedruckt (s. Bild links)

   


Fotos Jan Hessels - Zum Vergrößern, Bilder anklicken
Man merke das alte Logo bei der Nord-Marke Steuerkompass M1690 mit 'Haus'

Die Fa. STEGER.Jr hat folgende Information mitgeteilt:
Brief (Aussschnitt)

Weitere Bilder:
- Nachfüllöffnung
- Einstellskala an der Kesselbasis
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BARKER (Francis BARKER & Son)

Ehem. Britisches Unternehmen (für mehr Informationen HIER klicken. s. a. unsere LINKS). Siehe auch Marsch-, Taschen-, Geologen- und Armbandkompasse.



Katalog für das Jahr 1930

Fotos TRADEMARKLONDON (TML).


Kommentar zum obigen Foto: Dieser Kompass ist möglicherweise ein Unikum. Er wurde von Francis Barker mit 15 Jahren während seiner Lehrzeit hergestellt. Man kann noch seine Unterschrift und sogar seine Fingerabdrücke im Auswuchtwachs an der Rückseite der Kompassrose sehen.


Schiffskompass
1. Hälfte des 19. Jh.
Datenblatt
- Schale und kardanische Aufhängung: Messing
- Drehzapfen: Stahl oder Iridium
- Drehlager: Saphir oder Achat
- Durchmesser (Rose): ca. 75 bis 200 mm
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BAUDUF, J. Pierre

Ehem. französischer Kompassmacher aus Marseille.



Foto Jaypee - Musée de la Marine, Marseille


Detailansicht der Kompassrose

(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Datenblatt
Fertigungszeitraum: Mitte 18. Jh.
- Teilung der Windrose: s. HIMMELSRICHTUNGEN
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B.E.N.

Französisches Unternehmen, jetzt Teil von AMESYS. s. Bianchetti

BIANCHETTI

Früheres französisches Unternehmen, gegründet 1826 in Marseille (mehr darüber HIER).  Laut der in einer Zeitung am Anfang des 20. Jh. erschienen Anzeige war es auf die Kalibrierung von Kompassen in metallischen schiffen spezialisiert. Es wurde 1962 teilweise von BEN (Bianchetti Electronique Nautique) übernommen.


Ø 26 cm, Papier auf Glimmer
Foto Tony McDougall 
Scheibe : vgl. mit  KELVITE


Foto Jaypee
Zum Vergrößern, Bilder anklicken
Datenblatt



BIDLINGMAIER (Doppelkompass)

Friedrich Bidlingmaier (1875-1914) war ein deutscher Geophysiker (s. ausführl. Lebenslauf in Wikipedia). Während der Deutschen Südpolar-Expedition (1901-1903) hatte er die Idee einen Spezialkompass bauen zu lassen, den er Doppelkompass (Link zu Kurzbeschreibung, Vortrag in "Meereskunde") nannte. Dessen Entstehungsgeschichte sowie Funktionsweise wird im Expeditionsbericht (Der Doppelkompass, Theorie und Praxis) ausführlich beschrieben und mit Messergebnissen späterer Reisen belegt. Das erste Modell wurde in Zusammenarbeit mit der Fa. C. BAMBERG (s.w.o.) im Sommer 1906 angefertigt. Bei diesem Kompass rotieren zwei Rosen übereinander. Wenn kein externes Magnetfield herrscht, ziehen sich die jeweiligen N- und S-Pole an und die Magnetnadeln liegen parallel zueinander im 180° Winkel. Umgekehrt liegen die beiden Nordpole übereinander, wenn ein Magnetfield vorliegt, das stärker ist als dasjenige der Erde. Ein Magnetfeld mittlerer Stärke verursacht einen Ausschlag der beiden Rosen proportional zu seinem Wert. Mehrere Studien waren bereits ab der Mitte des XIX. Jhdt.  von captain Walker, E. Dubois (Links zu Zeichnungen) durchgeführt worden, und zwar zunächst mit einer sehr kleinen oberen Nadel. Sie führten zu keine zufriedenstellende Ergebnisse aufgrund diverser Denkfehler. Eine weitere Studie stammt von F.I. Samkart. Letzterer Versuch geriet in Vergessenheit. Adolf Heydweiler erfand das Prinzip neu im J. 1898, aber er gab diese Forschungsarbeit frühzeitiig auf, obwohl  er nach  Meinung von  Bildingmaier kurz vor dem Durchbruch war. Letzterer wählte für seine Tests die beiden besten damals verfügbaren Rosen, nämlich die von William Thomson (Lord Kelvin) und die von Hechelmann (s.w.u. diese Hersteller). Dieser Kompass war auch auf Amundsens und Nobiles Luftschiffexpedition zum Nordpol (1926) und auch auf der Arktisexpedition des LZ 127 Graf Zeppelin (1931) mit an Bord. Bei einer dieser Angelegenheit wurden die Rosen modernisiert (s. Foto u.r.).
Die Deutsche Seewarte ließ auch von ASKANIA 1941 einen Doppelkompass bauen.
Die Fa. BUSCH (Link zu Geol. Komp.) entwickelte eine kompakte Version im Sommer 1944. Die Deutsche Seewarte ließ auch von ASKANIA 1941 einen Doppelkompass bauen.



Zum Vergrößern Bilder anklicken


Zwei scharfe Fotos der Rosen (links die untere markiert Carl Bamberg) mit ihren acht Magneten


Die beiden Drehstifte 
Datenblatt
Das original Instrument befindet sich am Observatorium Niemegk des GeoForschungsZentrums (GFZ) Potsdam..  
Für eine bessere Lesbarkeit wurden die Rosen durch schmalere ersetzt.

(Foto. C. Lüdecke)

BISSON, elektrischer Kompass (Patent)

Der französische Erfinder Ernest BISSON erhielt 1878 ein Patent (Nr. 124.429 - Link zu S. 1 und 2) für ein System, mit dem nach dem Prinzip des elektrischen Telegrafs die Informationen eines vor magnetischen Feldern geschützten Mutterkompasses an Tochterinstrumente übertragen wird. Dies kann als der Vorläufer des Fernkompasses von Albert PATIN betrachtet werden (s. Luftfahrtkompasse).
Zu diesem Zweck soll eine kreisförmige Magnetnadel  mit zwei konzentrischen Ringen (z.B. Typ DUCHEMIN von 1874, s.a. den ausführl. Art.) eingesetzt werden, auf deren äußeren Ring die Teilstriche (Grade oder halbe Grade) vertieft und mit Isoliermaterial gefüllt sind. Zwei rollenförmige vergoldete Kontakte (Link zu Abb.) berühren die Kreise: der eine auf dem inneren Ring und der andere auf dem äußeren Ring mit den Teilstrichen. Sie werden durch den Strom aus einer Batterie durchflossen, der senkrecht zur Magnetnadel fließt, um sie nicht zu beeinflussen. Die bei der Rotation der Scheibe entstehenden Stromunterbrechungen werden an Elektromagnete weitergeleitet. Letztere aktivieren zwei Uhrwerkmechanismen (Anker und Zähnräder, je einer für jede Drehrichtung der Magnetnadel), die wiederum abgesetzte Anzeigegeräte (Kompasse oder Skalen mit Zeiger) antreiben. Die Änderung der Drehrichtung der Kompassnadel wird durch ein einseitig mit Isoliermaterial beschichtetes Blättchen erkannt, die über der Nadel angebracht wird und ebenfalls stromführend ist. Bei jeder Änderung der Drehrichtung wird dieses Blättchen umgelegt und ein Stromkreis unterbrochen bzw. wieder geschlossen.
Für eine Kopie des gesamten Textes (13 S.) wenden Sie sich bitte an den Kurator.

Bootskompass (Dory compass)

Definition: Kleiner Kompass, oft in einer Holzkiste ohne kardanische Aufhängung untergebracht.
Beispiele: s. LUDOLPH,  VION.
Bild rechts: Bootskompass (deutsche Kriegsmarine 1944)    

BREMEN (Schiff und Kompass)

BREMEN ist bzw. war der Name mehrerer Schiffe. Eines der ältesten war ein Segeldampfer (Stapellauf 1858) (Link zum Eintrag in Wikipedia). Der berühmte Physiker William Thomson (Lord Kelvin) erhielt einige Jahre später ein Patent für eine leichte Kompassrose, wovon ein Exemplar bekannt ist, auf dem für die Nordmarke das Wappen der Stadt Bremen anstelle eines Firmenlogos oder einer Lilie steht. Es ist nicht auszuschließen, dass dieser Kompass Teil der Ausrüstung der Bremen war.

Foto BSH


Zum Vergrößern, Bilder anklicken
Wappen der Stadt Bremen
Datenblatt
Durchm. ca. 200 mm
Thomson-Kompassrose: frühes Modell mit 6 Magneten 

BSH

Siehe Deutsche Seewarte.

BURNAT

Steckbrief: Siehe Taschen- und Marschkompasse. Dieser Kompass ist nicht kardanisch aufgehängt. Er ist vermutlich eher für Landfahrzeuge bestimmt.

Foto alibabroc

Zum Vergrößern. Bilder anklicken

Datenblatt
Durchm. Sockel: 130 mm
Höhe: ca. 90 mm
Durchm. Kompass: 60 mm
Durchm. Gehäuse: ca. 110 mm
Die acht Aufängungsfedern aus Kupfer dienen vermutlich auch der induktiven Dämpfung der Schwingungen.
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- C -

CASELLA

Louis Pascal [ursprüngl. Luigi Pasquale] CASELLA (1812–1897) war ein britischer Hersteller wissenschaftlicher Instrumente (mehr Informationen (HIER - in Bearbeitung). S. a. Taschen- sowie Topographische Kompasse.

Casella-Katalog (1876)
Schiffskompasse

Foto Michael Curtis

(Zum Vergrößern, Bild anklicken)

CASSENS (& Plath)

Deutsches Unternehmen, gegründet 1902 von Kapitän Tanne Janssen CASSENS und einem gewissen Herrn Benecke. Ursprüngliche Aktivität: Vertrieb von nautischem Gerät. Es befand sich zuerst in Bremen, Tannenstr. 32 (später Sorgenfrei 39-40) und ist jetzt in Bremerhaven, Am Lunedeich 131. 1908 beteiligte sich Theodor PLATH an der Fa. und der Name wurde in Cassens & Plath, Nautisches Institut o.Hg. geändert. Der Name Plath blieb nach dem Verkauf von C. PLATH an verschiedene Partner im J. 1962.
Bild rechts: ein Kompass aus aktueller Produktion auf der Website von CASSENS & PLATH.  




(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)
Datenblatt
S. Logo- Beschreibung im Kapitel über C. PLATH. Der rechts abgebildete Überkopfkompass weist ein anderes schlichtes Logo auf. Das Bild ist zwecks besserer Lesbarkeit gespiegelt dargestellt. Es wird normalerweise von unten in einem Spiegel betrachtet.
(Fertigungsjahr unbekannt)


C. G. CONN. Ltd

Charles Gerard Conn ist ein Hersteller von Musikinstrumenten (Geschichte der Fa. HIER: www.conn-selmer.com/en-us/our-brands/cg-conn). Während des 2. WK baute er auch Kompasse. Typenschild Beschriftung: U.S. Navy - Bureau of Ships Mounted - Compass Mark I Serial __(blank)__ - 1943 Mod O Cont. NXSS-36876 C.G. Conn, Ltd. Elkhart, Indiana. 
 Foto P. Barnett     

Bild anklicken zur Ansicht der Kompassrose


Stellschrauben und Untersetzung für die Korrektur der magnetischen Abweichung


Anweisungen zur Korrektur (in Verbindung mit der Tabelle unter dem Fenster, s. links)
Fotos Don Calanese
Datenblatt
- Abmessungen:
• Höhe: 133 mm 
• Tiefe: 83 mm
• Breite (ü.a.): 230 mm.
- Gewicht: ca. 3 kg
SEITENANFANG

CHETWYND

Kapitän Louis Wentworth Pakington Chetwynd (15. Dez. 1866 - 18 April 1914, wohnhaft in Coombe Neville, Kingston-on-Thames, Surrey) war Superintendent of Compasses bei der britischen Admiralität am Anfang des 20. Jh. Er führte zu Ende die Entwicklung eines Kompasssystemes und löste dabei das Problem der Verstellung der Rose infolge der Bewegung der Flüssigkeit bei schnellen Kursänderungen (swirl error). 1912 wurde er managing director von Dent & Co. and Johnson Ltd.
S.a. Marsch- und Armbandkompasse sowie WBT.



(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)


Datenblatt
..

Zeichnungen links: A. Schück, Der Kompass (1911)


(Fotos Aaron Chetwynd)

Peilkompass mit integrierter elektrischer Beleuchtung. Das 1906 erteilte Patent Nr. 25.965 beschreibt einen kardanisch aufgehängten Schiffskompass (Link zum Bild)

Abmessungen
Durchm.:
Gesamthöhe:
SEITENANFANG

CHINA

Chinesischer Kompass (XIX. Jh.).  Beschreibung gemäß Klaproth (Lettre à M. le Baron A. de Humboldt, 1834, S. 103 ff., online abrufbar HIER):
"Die 24 Steuerrichtungen (Tcheou) setzen sich zusammen aus den zwölf Zeichen des 12er-Zyklus*, aus acht des 10er Zyklus (s.u.) und vier der acht kua." (Trigramme - s. Kompasstypen/Religion - Chinesische Tradition).
* (auf japanischen Kompassen üblich)

Der Wikipedia-Eintrag Erdzweige erläutert die 12 Himmelsrichtungen als Ergebnis der astronomischen Revolution von Jupiter, die ca. 12 Jahren entspricht. Dieses System wird auch als Element der chinesischen Zeiteinteilung / des Kalenders verwendet.

 

Foto Jaypee - Musée de la Marine, Paris
(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)
Datenblatt Kompass links
Abmessungen
- Durchmesser: ca. 150 mm
- Höhe: ca. 100 mm
- Teilungen: 24 Tcheou

(s.a. VERSCHIEDENES/
Himmelsrichtungen-China und Chinesische Tradition)


Tabelle: die 24 Tcheou.
(J. Klaproth, Lettre à M. le Baron A. de Humboldt in der Übersetzung von Dr. Wittstein)


Die zehn Himmelszeichen
(Anhang A.III zu ...)
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CLARKE, Clement

Clement Clarke war ein berühmter britischer Optiker, der Mikroskope und zahlreiche andere Diagnosegeräte fertigte. Das UNternehmen wurde 1917 gegründet (Wigmore Street, London). Clarke signierte am Ende des 1. Weltkriegs auch Taschenkompasse* vom Typ Mark VI, die allerdings wahrscheinlich von F. Barker & Son oder einem anderen Kompasshersteller wie z.B.Dennison gefertigt wurden. Das erfolgreiche Unternehmen wurde 1986 von Boots Plc und 1989 vom Schweizer Haag-Streit AG (Bern) übernommen.
* Siehe www.compasscollector.com



(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Datenblatt
Abmessungen: ca. 150 x 150 x 70 mm
Instrumente:
- Visiersystem: zwei senkrechte Laschen mit je einem kleinem Loch, vorn in den Seitenwänden, ein zweiteiliger Faltteleskop, zwei Röhrchenlibellen, ein Lineal an der Frontseite. Clinometer.

Anmerkung: Bei diesem Exponat handelt es sich um einen Peilkompass. Allerdings ist es quasi unmöglich, dass Clarke jemals ein solches Gerät gebaut haben könnte, da dieses primitive System zum Zeitpunkt der Firmengründung längst überholt war (das Design stammt aus dem 19. Jh.). Dieses Instrument is eine (plumpe und billige) Reproduktion. Dies ist an der roten Magnetnadel und am grünen Stein des Hütchens zu erkennen. Auch der Zeiger des Clinometers sieht sehr "unprofessionell" aus.
(Siehe auch unter VERSCHIEDENES / Imitationen).
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CREAK

Captain Ettrick William Creak war Superintendent of Compasses bei der Admiralty der Royal Navy. Er entwickelte in den 1880er Jahren einen flüssigkeitsgedämpften Kompass, der in vieler Hinsicht dem trockenen System von William Thomson (Kelvin) war. Er konnte sich jedoch nicht durchsetzen beim Versuch ihn als Standard-Kompass für die Flotte akzeptieren zu lassen infolge der starken pro-Thomson-Lobby. Dieses Kompasssystem wurde schließlich von Chetwynd patentiert und in die Navy eingeführt.

CROW

Francis Crow war ein Uhrmacher und Silberschmied aus Faversham (Kent, GB). Er erhielt 1813 ein Patent (Nr. 3644) für einen flüssigkeitsgedämpften Kompass, in dem die Kompassrose auf einem linsenförmigen Schwimmer gemalt war. Seine revolutionäre Erfindung wurde nicht wahr genommen und erst ca. 50 J. später von Ritchie verwirklicht. Kompl. Wortlaut des Originalpatents liegt vor.



F. CROWs Flüssigkeitskompass
Abb. und Beschreibung gemäß Patent
 (Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Datenblatt  -  Kurzbeschreibung (Vollst. Beschr. zu Abb. 1 und 2 HIER)

B - Kupferwanne mit Alkohol
C - Schwimmer aus Kupfer. Die Oberseite ist mit der Kompassrose bemalt.
D - Gewicht: Hält den Schwimmer waagerecht und begrenzt den Auftrieb bzw. den Druck gegen die Drehspitze auf ca. 36 gr. (24 grains troy)
E - Konische Einkerbung
F - Drehspitze, in einer Scheibe eingefasst, welche an der Glasabdeckung geklebt ist.

G - Magnetnadel
H & I - Nachfüllöffnung und Überdruckventil
M - Glasabdeckung
N - Zentrierring aus Kupfer
R - Steuermarke
P & Q - Anschluss zur kardanischen Aufhängung
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- D -

D. C. Dubois & Casse

Steckbrief: s.w.u. 

DENT & Co.

Britisches Unternehmen, das von Edward John Dent & Co. im J. 1814 gegründet wurde. Ist heute vor allem wegen der Uhrenproduktion bekannt (www.dentlondon.com). Siehe weitere Beispiele im Artikel PATTERNS (Marine). S.a. Patterns in der Abteilung Luftfahrt, englische Kompasstypen.

Links: frühe Modelle von DENT und Harris
Foto National Maritime Museum veröffentlicht im Buch Steady as she Goes von A.E. Fanning, 1986
(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)

Rechts: Portable binnacle Pattern 20, 1875
Foto J. Clarke - s. mehr Bilder in PATTERNS
Bild anklicken für ein Bild des Kompass.

 Vermutl. früh. 20. Jhdt.
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Deutsche Seewarte (Vorgänger vom BSH)

Die Deutsche Seewarte war im späten 19. und frühen 20. Jhdt. eine Anstalt der Admiralität der Kaiserlichen Marine (s.u. Kriegsmarine, für mehr Details s. Wikipedia). Ihrer II. Abteilung - Instrumentenprüfung - oblag die Prüfung von Kompassen (Link zu S. 1/9 der Vorschriften) und entsprach somit dem Compass Observatory der britischen Admiralty of the Royal Navy. Sie gab eine Zeitschrift heraus, Der Seewart (Link zum Deckblatt der Ausg. vom Dez. 1939). Von 1945 bis 1990 hieß die westdeutsche Behörde das Deutsche Hydrographische Institut. Die gegenwärtige Behörde ist das Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie, BSH (Link zur amtlichen Website). Die bewegte Geschichte dieser Behörden (einschl. der DDR-Zeit) wird in einem Vortrag erzählt: Die Geschichte maritimer Dienste in Deutschland - Das BSH und seine Vorgänger.  Die Prüfung der Kompasse erfolgt heute im Magnetkompasslabor.
Rechts: Das ehemalige Gebäude der Deutschen Seewarte, zerstört 1943 (Fotos-Quelle: BSH)    

Deviations-Magnetometer

Beschreibung: Nautik-Instrument zur Bestimmung der magnetischen Beeinflussung durch die Metallmassen am Einbauplatz der Kompasse an Bord von Schiffen. Wir zeigen hier beispielsweise ein Instrument von C. Bamberg, das beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH, Link zur offiziellen Website) aufbewahrt wird, sowie die entsprechende Dokumentation aus dem Bamberg-Katalog Nautik XIX einschl. Zubehör u.a. Vertikalkraftwaage.  Siehe auch die Website Marine Survey & Compass Adjustment.


Das Deviationsmagnetometer



Ein Teil des Zubehörs


Die Vertikalkraftwaage M.70.


C. Bamberg-Katalog Nautik XIX, Abb. 1-3


Das gesamte Zubehör

Zum Vergrößern bzw. zur Anzeige des gesamten Textes, Bilder anklicken.


Die Vertikalkraftwaage

DHI - siehe Deutsche Seewarte

DIRIGO

Kompass-Reihe, die von der Fa. Eugene M. Sherman Company (Seattle, USA) gebaut wurde.
S. a. Luftfahrtkompasse, SHERMAN.
Zum Vergrößern, Bild anklicken.


DOIGNON

Abel Louis Doignon war ein französischer Kompasshersteller wohnhaft 11, rue Hoche in Malakoff, Paris / France . Er erhielt mehrere Patente für Schiffs- und Flugzeugkompasse zw. 1905 und 1928 (s.a. Marschkompasse). Ein besonderes Patent ist Nr. 539.589 (1921) über die Verwendung von Kapilarröhrchen mit Radiumsalz auf der Kompassrose, um zu vermeiden, dass die Leuchtstoffmasse sich in den verwendeten Flüssigkeiuten auflöst.

Foto r.: In Zusammenarbeit mit B.B.T. hergestellter Kompass  

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D'ONZEMBRAY

Ein Herr D'ONZEMBRAY beschrieb im J. 1731 ein System zur Ermittlung des Einfallwinkels des Windes bezogen auf magnetisch bzw. geografisch Nord und auf die Schiffslängsachse (Machine pour connoître sur Mer l'angle de la ligne du Vent & de la Quille du Vaisseau ; comme aussi l'angle du Méridien de la Boussole avec la Quille et & l'angle du Méridien de la Boussole avec la ligne du Vent, veröffentlicht in Histoire de l'Académie des Sciences, 1764).  Damit sollten die Matrosen die Segel optimal setzen können. Hierzu wird über dem Kompass eine Windfahne eingebaut, die mit einem Zeiger versehen ist, welcher an der drehbaren Windrose den Einfallswinkel des Windes in Grad bzw. Strich anzeigt (Gesamttext 5 p. kann bestellt werden).


Dory (s. Bootskompass, oben)

DUBOIS & CASSE

Dubois & Casse war ein französischer Hersteller, der hauptsächlich Barometer (Link zu einem Bild der Rückseite eines Instruments, Foto J. Clarke) in der 2. Hälfte des 19. Jhdt. baute. Das Firmenlogo bestand aus den Anfangsbuchstaben beiderseits eines Schiffsankers (Source: analogweather.com)

DUCHEMIN

Emile Marin DUCHEMIN (wohnhaft 11, rue de la Bienfaisance, Paris) hat 1874 eine Kompassrose entwickelt und sich patentieren lassen, die er BOUSSOLE CIRCULAIRE (kreisförmiger Kompass) nannte. (Es liegen keine weiteren Daten über ihn vor). Mehrere Tests auf hoher See wurden in einem Buch beschrieben. Es ist nicht bekannt, ob dieser Kompass vorübergehend einen kommerziellen Erfolg war, oder nur für Testzwecke in einigen Schiffen bei Weltumsegelungen mitgeführt wurde. Der Inventor hat keine Mühe gescheut, sein System von der französischen Marine annehmen zu lassen und hat zahlreiche positive Beurteilungen von Schiffsoffizieren vorgelegt. Es ist jedoch erstaunlich, dass eine so schwere Lösung angestrebt wurde, wo zur gleichen Zeit die britische und die deutsche Admiralitäten die leichtest-möglichen Kompassrosen bevorzugen (vgl. mit der Papierrose mit an Seidenfäden hängenden Magnets von Thomson, Hechelmann und C. Plath). Der Leitgedanke war, dass je größer und schwerer der Magnet war, desto stabiler die Kompassrose sein musste. S.a. das Patent von BISSON.
Anm.: Die nachstehenden Fotos zeigen ein stark entfremdetes Exemplar. Es handelt sich um eine Magnetnadel, die an einem marmornen Griff bzw. Ständer befestigt ist. Es könnte sich um eine behelfsmäßige Monstranz handeln. Es wurde von einem Antiquitätenhändler in Paris angeboten.



(Vergrößerte Ansicht der Zeichnung, Bild anklicken)
Die Beschreibung auf der Titelseite des Buchs lautet wie folgt: "Ein äußerer Magnetring (A) ist mit einem inneren Magnetring (B) mittels eines Stabs (C) aus Aluminium oder einem anderen amagnetischen Metal verbunden. Die Magnetisierung ist an den Süd- und Nord-Enden maximal und nimmt in Richtung Ost bzw. West kontinuierlich ab (Linie n-n)."
Dieses Buch beschreibt die Messversuche auf hoher See.
(Kopie erhältich)




Oben: Gravur beiderseits der Nord-Marke :
Boussole Duchemin Bté S.G.D.G.
Unten: Gravur am südl. Punkt: Dumoulin-Froment Constructeur)



(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Datenblatt
- Durchmesser: ca. 250 mm
- Beschriftung an der Ost-Seite:
. innerer Ring: N° 1616 E.M.D.
. äußerer Ring: Emile Marin Duchemin - N° 1616

Patent-Nr. 101.992 (50 S. zus. mit Ergänzungen - Kopie auf Anfrage erhältlich)



(Bild anklicken um das Bild einer entsprechenden Abbildung aufzurufen)


Anm.: Ein Foto eines im Pariser Musée de la Marine ausgestellten Kompasses befindet sich im Buch L'Instrument de Marine (Jean Randier, 2006).
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E - F

Fernkompasss / Transmitting Magnetic Compass (TMC)

Definition - Ein Fernkompass (Transmitting Magnetic Compass) überträgt eine genaue Kursinformation vom Magnetkompass eines Schiffs (Mutterkompass) zu einem abgesetzten Anzeigegerät (Tochterkompass). Siehe auch Fernkompass bei Luftfahrtkompassen. Beispiele in den Artikeln über E. BISSON, GALILEO, S. L. HOLMES, F. JENKIN und J. PEICHL. Für die Luftfahrt s. Distant Reading und PATIN.

FLINDERS-Stange

Eine Flindersstange ist eine Stange aus weichem Eisen, die senkrecht vor dem Kompassgehäuse angebracht wird, um die Beeinflussung  des Kompasses durch die an Bord befindlichen Metallmassen zu kompensieren.
Der Erfinder des physikalischen Prinzips war der englische Offizier Matthew Flinders (1774-1814), der seine Beobachtungen und Lösungsvorschläge in einem Bericht an die britische Admiralität darlegte. Die komplette Geschichte ist im Buch Der Kompass von Alan Gurney, 2004/2010, beschrieben.
Rechts: eine Flinders-Stange vor einem KELVIN-Kompassgehäuse 

FLINT

Thomas Flint war Mathematical instrument maker, Nautical instrument maker, Optical instrument maker. Anschriften: 9 High Street (1826-31), dann später 31 Whitefriars Gate, und 34 Whitefriars Gate (1835-48) in Hull, England. Während bei den meisten Kompassen aus dieser Epoche die Himmelsrichtung OST zusätzlich ausgeschmückt (Link zu einem speziellen Artikel) war, ist es bei diesem Exemplar unüblicherweise der WESTEN. Ein mögliche Erklärung wäre die Verwendung im Indischen Ozean, wo Jerusalem im Westen liegt.
Rechts: Überkopf- oder "tell-tale" Kompass (Foto J. Spence)    

Flüssigkeitsgedämpfter Kompass

Nach Hitchins und May im Buch From Lodestone to Gyro-Compass (2. Ausg. 1955, S. 84-5, s. Menü Versch./Gesch. & Lit.) wurde der erste Vorschlag eines flüssigkeitsgedämpften Kompasses von einem Deutschen namens Ingen Housz 1779 unterbreitet. Das älteste reale Beispiel, dass sie finden konnten, war von Gabriel Wright aus London für Capt. Sir William Chaloner Burnaby 1781 gefertigt worden. Das erste bekannte Patent wurde vom Uhrmacher Francis CROW aus Faversham in Kent 1813 angemeldet (Nr. 3644). S. a. das französ. Patent von SCHMIDT & LOYAU.
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- G -

GALILEO

Das Galileo-System war ein Fernkompass, der in einigen Schiffen der italienischen Kriegsmarine Anfang des 20. Jhdt. verwendet wurde. Dabei beleuchtete eine Lampe in der Kompassschüssel durch eine halbkreisförmige Aussparung in der Kompassscheibe eine Fotozelle, die sich darüber befand, so lange Letztere in der richtigen Lage in Bezug auf die Schüssel stand. In einer anderen Position war das Licht von der Kompassscheibe maskiert.
Quelle: From Lodestone to Gyro-Compass (s. Menü Versch. / Geschichte & Literatur).

GEHNA

Akronym gebildet aus den Worten Georg Hechelmann Nachfolger (Website: www.gehna.de). Diese Firma baut keine Kompasse mehr, allenfalls Kompassstände. Link:  Foto des jüngsten bekannten Kompasses.
Fotos-Quelle: BSH (Bild anklicken zur Ansicht des vollen Herstellernamens)    

GRW

(siehe ASKANIA)

- H -

HANSEN

HANSEN BEARING BOARD (s. Bild rechts): Beschreibung unter Peilscheibe.

HARRI

Leendert Johannus HARRI war ein holländischer Hersteller. Seine Familie (Glasbläser) kam aus der Gegend von Venedig gegen 1730. Die Fa. (www.ljharri.nl) ist vor allem für ihre Instrumente, Seekarten und Marineliteratur bekannt.




Datenblatt

Durchm.: 125 mm
Höhe: 120 mm
Durchm. der Kompasskarte: 100 mm 

HARTMANN

W. HARTMANN, ehem. Kompasshersteller, Anschrift Hamburg 11. Einige Instrumente tragen zusätzlich die Namen GEHNA (s. Hechelmann) oder NAUTICA. Es liegen keine Informationen vor. Fotos BSH.





Datenblatt


HECHELMANN, Georg

Ehem. deutscher Kompasshersteller aus Hamburg (Nachfolger: GEHNA, www.gehna.de) , der eine verbesserte Variante (D.R.P. 23.503, 1874) des Seidenfädenkompasses von Thomson (Kelvin) entwickelte (s. Bilder u.). Er produzierte in der eigenen Werkstatt ab 1.10.1878 bis vermutl. 1905 (Quelle: Feinmechanik und Optik in Hamburg, Gert Behnke, 2011). Eine genaue Beschreibung mit Abbildungen findet man im Eintrag Kompass im MEYER's Konversationslexikon. Erwähnt wird er ebenfalls in den Werken Der Kompass an Bord (Deutsche Seewarte, 1906) und in Der Kompass (Schück, 1911). Da sein System von der Seewarte angeblich besonders empfohlen wurde, kämpfte C. PLATH um die Anerkennung seiner eigenen Patentrose durch die Admiralität der Kaiserl. Marine. Ein Bild eines Kompasses dieses Herstellers wurde für eine Illustration im Kinderbuch Der verschwundene Schiffskompass (G. Görlich, DDR, 1968?) verwendet.



Fotos BSH
(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)
Datenblatt
Durchmesser der Windrose: ca. 1.
Die Magnete und ihre Befestigung waren viel zu schwer und dies bewirkte eine zu hohe Reibung auf der Pinne.
Anschrift auf der Rose: Vorsetzen 3.
Link zu Abb. aus dem Patent HIER
Eine andere Version wies Magnete auf, die direkt unter der Rose eingenäht waren.


Zchg. aus 'Der Kompass an Bord (1906) und Foto aus
Der Doppelkompass (Bidlingmaier)
 


Beschreibung : Siehe Mitte

Datenblatt (Bild links)
Durchmesser der Windrose: ca. 10 cm 
Zeitgenössischer Kompass der Brigg Ausguste*, die in Wismar 1840 gebaut wurde.
Beschriftung im Zentrum: Georg Hechelmann Nachf. Vorsetzen 15 (Anschrift in Hamburg, am Hafen).

* Modell: Museum der Stadt Wismar - Foto Jaypee


Das Logo 'G.H.' in der Lilie
(Foto D. Hölber)

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HOLM, Petter oder Pieter

Petter HOLM war ein Kompassmacher aus Kopenhagen (Kjöbenhavn). Es sind mehrere Instrumente von ihm bekannt. Die Webster-Datenbank Adlerplanetarium gibt als Geburts- und Todesdatum 1696-1776 an. Seine Staatsangehörigkeit ist unklar. Er erscheint in Schweden, Dänemark und Holland als Hersteller von Gezeitentafeln, Kalendern usw. Er soll auch eine Nautikschule geleitet haben.
Wir kennen ein Modell aus dem späten 18. Jhdt. (Datum einer Reparatur: 1804) und ein anderes durch eine Zeichnung aus dem Buch Der Kompass (A. Schück, 1911, s. Versch. / Geschichte / Bibliographie). Letzterer wurde von RASM. ANDR. HOLM signiert. Die entsprechende Beschreibung ist jedoch sehr spärlich (K.I.M. = Königliches Institut für Meereskunde).


(Fotos Uwe Münch)
Datenblatt
Durchm. x Höhe: 145 x 120 mm
Magnete: zwei unter der Rose
Datum: spätes 18. Jhdt. (Vermerke über Reparaturen im Innern: (unleserlich) 1804 und Rostock 1817, Evers)
 
Nord-Lilie quasi identisch mit der obigen auf einer von Rasmus Andr. Holm signierten Kompassrose (Sohn von Petter Holm?).

Beschriftung des Bands auf der Lilie: ANGELO.
Die Ostenverzierung ist jedoch anders.

Zeichnung aus Der Kompass, Tab. 20

HOLMES

1926 entwickelte S. L. HOLMES erfolgreich einen Fernkompass auf der Basis einer Wheatstoneschen Messbrücke. Es wurde zusammen mit BENDIX (Bild r. copyright INVALUABLE - Das Instrument ist beschriftet E.S.Ritchie Sons Inc. 91270. 1920 Patent. Abm. H: 650 mm, B: 292 mm, T: 292 mm).
Funktionsbeschreibung HIER: From Lodestone to Gyro-Compass (s. Menü Versch. / Gesch. & Lit.).
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HOULLIOT

Ehem. französisches Unternehmen (mehr infos HIER). Henri Isidore Houlliot und VION waren befreundet und beschlossen, sich gegenseitig keine Konkurrenz zu machen: VION baute die großen Schiffskompasse und Houlliot die Kleineren.
Siehe Taschenkompasse sowie DESOMBRE.



Liste der Produkte im Katalog der französischen Unternehmen für Präzisionsinstrumente
(Ausg. 1901-1902)




Großformatige "Visitenkarte" (130 x 84 mm)

(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Kabinenkompass
Erschien u.a. im Katalog der Fa. Sté des Lunetiers (S-L), 1932

Datenblatt
- Durchmesser der Rose: Zahlreiche Modelle von 30 bis 120 mm
- Logo: ein feiner Anker (Vgl. mit dem Taschenkompass "Houlliot")


HUGHES (Henry H~ & Son Ltd.)

Henry Hughes (s. HIER).
Die meisten HUSUN-Kompasse sind Flugzeuginstrumente. Dieses jedoch sieht eindeutig wie ein Schiffskompass aus. Erstaunlicherweise ist das S von Süden verkehrt herum, d.h. dass die Scheibe in einem Spiegel bzw. durch ein Prisma gelesen wurde wie die Creagh-Osborne-Kompasse. Die Patent-Nr. verweist auf die Invention von Campbell & Bennett.



Fotos Dánial K. Thomsen




Datenblatt
Abmessungen: Durchm. 255 mm, H: 105 mm
Teilung: Striche und Grade
Markierung DEAD BEAT: s. den Artikel Aperiodischer Kompass, d.h. ohne Schwingungen, in der Abteilung Luftfahrtkompasse.
Anm.: Auf der nicht beschrifteten Scheibe ist der Buchstabe S spiegelbildlich gedruckt. Diese Seite müsste nach unten gerichtet sein, um durch einen Spiegel an der Decke der Kabine beobachtet werden zu können. Sie wurde vermutlich versehentlich bei einer Wartungs- oder Reparaturmaßnahme falsch herum wieder eingebaut.
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- I -

IMRAY Laurie Norie & Wilson Ltd London

Steckbrief: Dieser Hersteller fertigt heute nur noch Seekarten. Seine Geschichte hat Susanna Fisher in ihrem Buch The Makers of the Blueback Charts: A History of Imray Laurie Norie & Wilson Ltd (2001) zusammengestellt. Website: IMRAY


Fotos Menno Koper (zum Vergrößern, Bilder anklicken)

Datenblatt
Abm.:

- Durchm. Kompassrose:  mm

Alter: Mitte 19. Jhdt.

- J -

JAPAN

Die japanischen Kompasse waren in zwolf Sektoren geteilt. Mehr Details weiter oben im Artikel CHINA.
Foto Quelle: BSH

JENKIN

1863 erhielt F. Jenkin ein Patented für einen Fernkompass, bei dem ein Kontakt auf der Kompassscheibe berührte den einen oder anderen von ein Hundert Kontakten, die sich am Umfang der Kompassschüssel befanden. Von jedem dieser Kontakte führte ein Draht zum nachgeführten Kompass, in dem eine Nadel in der Mitte eines Kreises von 100 Elektro-Magneten rotierte, wobei eines davon unter Spannung stand, sobald sein Kontakt auf der Kompassscheibe berührt wurde. Die nachgeführte Nadel richtete sich auf den mit Strom versorgten E-Magnet und zeigte somit die selbe Richtung wir der Hauptkompass an. Vgl. mit BISSONs System.
Quelle: From Lodestone to Gyro-Compass (s. Menü VERSSCHIEDENES / Geschichte und Lit.)
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- K -

KAISER

Der Holländer Prof. Kaiser ließ 1892 eine kreisförmige Kompassrose patentieren. Sie war mit dem Hütchen mittels Röhrchen verbunden. Sie wurde vom Deutschen SCKELL verbessert, welcher anstelle von Röhrchen Ketten verwendete. Vgl. mit dem französischen System von DUCHEMIN.
Bild r. anklicken für Einzelheiten aus dem Patent

Kardanische Aufhängung

Girolamo Cardano (Padua 1501 - Rom gegen 1570) war ein italienischer Arzt und Ingenieur (u.a.), dem die Erfindung einer Anlenkung mit zwei konzentrischen Ringen zugeschrieben, mithilfe derer ein Instrument unabhängig von den Stampf- und Rollbewegungen eines Trägerfahrzeugs (Schiff bzw. Flugzeug) stets waagerecht bleibt (mehr darüber in Wikipedia). Kleine Kompasse mit einer solchen Aufhängung wurden auch für andere Anwendungen hergestellt. Beispiele: Taschenkompass (N & Z), Schiffskompass (Steward),  Buchsenkompass (N & Z), Grubenkompass (Secrétan), Schmuck (Anhänger, s. Foto rechts).
Foto TML - Zum Vergrößern, Bild anklicken.
Datenblatt: Durchm. kugelförm. Gehäuse: 19,5 mm; Durchm. Perlmutt-Kompassrose: 11,5 mm; Gew.: 12 g.
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KELVIN / THOMSON

Die Fa. Kelvin Hughes Ltd entstand 1947 durch die Fusion der Hersteller wissenschaftlicher Instrumente Henry Hughes & Son Ltd, London, England und Kelvin Bottomley & Baird Ltd, Glasgow, Schottland. Das Logo einer der Vorgängerfirmen (White, Bottomley, THOMSON) zeigte die drei Anfangsbuchstaben auf dem Yin-Yang-Symbol (s. Bild r. sowie WBT in der Kat. Armbandkompasse)
(Komplette Geschichte: s. in Wikipedia - "Kelvin Hughes" und  www.kelvinhughes.com).

KELVIN ist der Adelsname von William Thomson, nachdem er zum Lord Kelvin of Largs in den Adelsstand erhoben wurde. Er war ein Physiker und an mehreren Firmen beteiligt, die seine Erfindungen bauten. Er ist insbesondere für eine ultraleichte Kompassrose berühmt, die zusätzlich zur traditionellen Strich-Teilung eine 360°-Teilung aufwies. Thomson beschrieb sie zusammen mit einem Kompasshaus mit seitlich angebrachten Kompensationskugeln Hin einem ersten Patent (Nr. 1339, 29 März 1876) und in dessen Änderung / Ergänzung im selben Jahr (Nr. 4876, 18 Dezember 1876). Link zum Bild: HIER klicken (Fotos mit freundlicher Genehmigung der University of Glasgow).
Diese Rose wurde lange auf allen Schiffen der Royal Navy verwendet, obwohl nachgewiesen war, dass Kompasse mit flüssigeitsgedämpfter Schwimmrose zuverlässiger und bei der U.S. Navy eingeführt worden waren (man lese die ausführliche Geschichte in Der Kompass, A. Gurney, 2004). Dieses System wurde in Deutschland jeweils von C. PLATH und von G. HECHELMANN weiterentwickelt.
Es sind auch russische Kompassscheiben bekannt, an denen die Magnete nicht an Fäden hängen, sondern in einer Aluminiumstruktur geklebt sind (siehe: MSP).

Texte auf Englisch:
- Thomson schrieb ein Dokument mit dem Titel: Terrestrial Magnetism and the Mariner's Compass.
Instructions for the adjustment of Lord KELVIN'S PATENT COMPASS (36 S., Fotokopie erhältlich)

Die Kompassrose war in der Mitte ausgeschnitten und am Drehpunkt über 32 Schnüre (S) aufgehängt. Die Basisversion besaß acht Magnetstäbchen (Bild Mitte, links). Die verbesserte Version besaß 14 (Bild Mitte r.), um die durch das Abfeuern der Kanonen und den starken Seegang verursachten Störungen auszugleichen.



Kompassstand mit verstellbaren Weicheisenkugeln
Foto Jaypee im Musée de la Marine, Paris (Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Kompassscheiben mit 8 bzw. 14 Magnetstäben

 

Datenblatt
Gesamt-Ø: 255 mm
Breite des Papierstreifens: 47 mm
Magnetstäbe: 52, 68, 77 und 83 mm
Gewicht: ca. 11 g
Höhe des Außenrings der Rose 5 mm

Zeichnung aus Terrestrial magnetism and the mariner's compass
Der Thomson-Kompasstyp wurde später von Kelvin & White Ltd. (1900-1913) hergestellt und nach dem daraus resultierenden Akronym Kelvite genannt.
Bild unten: Zusammenbau der Scheiben durch Einfädeln der Magneten an Seidenfäden:

 
Foto Churchman cigarettes collectors cards, 1936


Prismenkompass


Das Gehäuse kann mittels zweier Schiebepaneele geschlossen werden.
Fotos G. Bryant
Datenblatt
Durchm.: ...

KIPZ (КИПЗ in cyrillic letters)

KATAV-IVANOVSK INSTRUMENT-MAKING PLANT, JSC ( Катав-Ивановский приборостроительный завод ) is a Russian manufacturer located in Katav-Ivanovsk, 456110 Chelyabinskaya oblast, Katav-Ivanovsk, ul. Karavaeva 45 and producing a large scope of nautical and wrist compasses
The comapss at right is a common Russian naval system for calibrating naval compasses. The name is "Инклинатор И" (Inklinator 'I'. Each ship has it's own magnetic field and a compass must be calibrated for it. But the magnetic field direction is not only horizontal - it has vertical part. When a ship moves to different places, the vertical component can vary and the change of the vertical part of Earth magnetic field can be very important. A compass for "everywhere-use" must be calibrated for its own ship magnetic field not only for the horizontal, but also for the vertical part. For this calibration, big (main) ship compasses have something alike steel bolts (magnetic). Original descr. on the manufacturer's website: "Инклинатор "И" для измерения угла наклонения вектора магнитного поля. Используется при девиационных работах. Применяется для типов компасов КМ 100, УКПМ-М, КМ 145. Производители/поставщики: ЗАО «Катав-Ивановский приборостроительный завод».
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Kompassarten

Es gibt eine Vielzahl von Schiffskompasstypen. Die bekanntesten sind der große kardanisch aufgehängte und in einem Stand (s.w.u.) eingebaute Kompass einerseits, der kleinere  in einem Holzkasten untergebrachte Bootskompass (dory compass auf Englisch. Beispiel: VION) und auch der sogenannte tell-tale (oder auch Überkopf)-Kompass. Mehr Informationen über die Kompassfunktionen findet man im Kap. 2.1 General Definitions der ISO-Norm 1069. S.a. Modelle (patterns), die von der British Admiralty definiert wurden.

Kompass, Prüfungen und Kontrollen im Labor

Aufgrund der Internationalen Konvention zur Erhaltung von Menschenleben auf See (Safety Of Life At Sea, SOLAS, Ch. V, Reg. 19.2.1.1) schreibt die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO), eine Agentur der UNO, allen Schiffen vor, über einen vor äußeren Einflüssen geschützten und von einer etwaigen Stromversorgung unabhängigen Magnet-Regelkompass zu verfügen.

Originalwortlaut:
Shipborne navigational equipment and systems All ships irrespective of size shall have: a properly adjusted standard magnetic compass or other means, independent of any power supply to determine the ship's heading and display the reading at the main steering position;

In Deutschland obliegt die Prüfung der Schiffskompasse dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg (siehe auch Deutsche Seewarte). Das BSH nimmt in Umsetzung der Richtlinie 2014/90/EU des Rates vom 23. Juli 2014 (in Kraft getreten im September 2016) über Schiffsausrüstung (Marine Equipment Directive - MED) auch die Aufgabe der Marktüberwachungsbehörde für Schiffsausrüstungsgegenstände nach Art. 25, 26 der Richtlinie wahr. Die hierfür zuständige Abteilung ist das Magnetkompasslabor, das sich in einem kleinen Haus abseits vom Hauptgebäude befindet. Es wurde 1950 auf dem Stintfang genannten Hügel an der Stelle gebaut, wo bis 1943 das Gebäude der Seewarte stand. Es ist speziell gegen jede Art von magnetischer Beeinflussung durch Helmholtz-Feldspulen (Link zu Skizze) geschützt. Diese Spulen ermöglichen auch das Simulieren jeder auf der Erde vorkommenden magnetischen Umgebung. Das Gebäude umfasst das eigentliche Labor (s. Details in der nachsteh. Tabelle) sowie ein kleines Museum, das jedoch nicht besucht werden kann.

Foto rechts: Das Magnetkompasslabor 1950 (im Hintergrund: die Statue Bismarcks). Es ist heute im Wald versteckt *
(* Screenshot Googleearth).
Fotos Quelle: BSH (zum Vergrößern, Bilder anklicken)


Gesamtansicht - In der Mitte, der Messstand zur Ermittlung des sicheren Abstands von magnet. Störfeldern

Messung der Feldstärke von Magneten mittels BUSCH-Magnetometer
(wird mittig auf dem zentralen Stand aufgestellt). Link zur Gebrauchsanweisung (1943).

Gerät zur Prüfung der Abmessungen

Gerät zur Prüfung der Viskosität der Flüssigkeit bei Rotation

Schrank für Kälte- und Hitze-Prüfungen


Schwingungsprüfung (seitlich und senkrecht gerichtete Beanspruchungen)

Kippstand für Rotations- und Neigungsprüfung im Kompasshaus

Prüfung der freien Drehung bei Neigung

In Frankreich und zahlreichen anderen Ländern wird die Organisation Bureau Veritas durch die jeweilige Regierung mit der Zulassung und Prüfung der Kompasse beauftragt.

In Großbritannien, war ursprünglich das Compass Observatory der Admiralty mit diesen Aufgaben beauftragt (s. Admiralty). S.a. die gegenwärtige Regelung der Maritime & Coastguard Agency.

In den Vereinigten Staaten Amerikas ... (uns liegen z.Zt. keine Informationen vor).

Kompasshaus, Kompasssäule, (Einheits-)Kompassstand

Aus unmagnetischen Materialien (Holz, Messing, Aluminium etc.) gefertigter, etwa 1,5 m hoher Stand für Schiffskompasse.
Das vielleicht älteste und berühmteste System stammt von W. Thomson (Lord Kelvin). Siehe Beispiele unter DENT, KELVIN, PLATH.
Aus dem Katalog Nautik XVII der Fa. Carl Bamberg und dem Katalog Nautik 35 der Nachfolger-Fa. Askania zeigen wir verschiedene Modelle von Kompasshäusern (Modelle Khp200, Kh225). Durch Anklicken des Links Datenblatt wird eine Schnittansicht aufgerufen.
Die deutsche Kriegsmarine hatte im 2. Weltkrieg einen sogenannten Marineeinheitskompaßstand entwickeln lassen.







Links: Stand mit Kugelkompass von LUDOLPH
Kompensiermechanismus

Marineeinheitskompaßstand

Datenblatt

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Fotos Jaypee / BSH-Archiv
(Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie)
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Kompensieren (metall. Schiffe)

An Bord von metallischen Schiffen mit womöglich elektrischen Anlagen ist ein Kompensieren der Kompasse unerlässlich und nicht immer optimal. Eine endgültige zufriedenstellende Lösung kam erst mit der Erfindung und Einführung des Kreiselkompasses (s. nächsten Eintrag). 1894 erschien ein Artikel von G. Dary in Le Génie Civil, in dem die damaligen Kenntnisse zusammengefasst wurden. Verglichen wurden die kürzlich getestete schwere Kompassrose mit konzentrischen Ringen von DUCHEMIN und die extrem leichte Rose von THOMSON (Abb. r., s. die entspr. Einträge). Eine ausführliche geschichtliche Studie in Englischer Sprache kann im Buch Steady as she Goes gelesen werden (s. Menü Verschiedenes / Bibliographie).

Es wirken verschiedene magnetische Kräfte auf einen Kompass. Grob zusammengefasst: die verschiedenen Komponenten der Deviation sind mit Buchstaben belegt. A, B, C, D und K. Die Kompensiermittel sind entsprechend benannt.
- A ist der Fehler, der durch mangelhafte Ausrichtung des Kompassstandes und damit des Kompasses zur Schiffslängsrichtung entsteht. Er wird behoben, in dem man den ganzen Stand dreht.
- B und C sind die sogenannten halbkreisigen Ablenkungen. Sie werden verursacht durch das Eisen an Bord in Längs- und in Querrichtung und werden kompensiert durch kleine Stabmagnete, die unten im Stand in verschiedenen Höhen in Löcher, Nuten oder Halter in Längs- und in Querrichtung gesteckt werden können. (Bei kleineren Kompassen bzw. Sportbootkompassen kommen dafür auch sogenannte Spreizkompensierungen zum Einsatz. Darin wird die Feldstärke eingestellt, in dem man die Stellung zweier kleiner fest eingebauter Magnete zueinander mittels einer Einstellmechanik verändert.)
- D gehört zu den viertelkreisigen Ablenkungen. Es wird kompensiert durch große hohle Eisenkugeln links und rechts vom Kompass. Statt D-Kugeln werden bei einigen Kompasstypen wie der Dom- oder Kugelkompass von C. PLATH unter einen "Gurt" sogenannte D-Streifen aus Mu-Metall (Länge nach Bedarf schneiden) gesetzt, um das D zu kompensieren (zu Mu-Metall siehe Wikipedia : https://de.wikipedia.org/wiki/Mu-Metall).
- K ist die Vertikalkomponente, die die Rose schief stehen lässt. Sie wird kompensiert durch den ziemlich starken K-Magneten, einen Stabmagneten an einer Kette in einem zentralen, senkrechten Rohr im Kompassstand. Der K-Magnet (nicht zu verwechseln mit der Flinders Bar) befindet sich in einem senkrechten Rohr genau unter der Mitte des Kompasses, also drinnen im Stand. Der Fehler den er behebt, nennt sich auch heeling error. die Flinders Bar ist noch wieder etwas anderes. Er ist in einem dicken Rohr außen am Stand untergebracht, das in Vorausrichtung außen am Stand angebracht ist. In dieses Rohr werden dicke, schwere, zylindrische Eisenstücke gestapelt, meistens haben diese eine zentrale Bohrung. Je nach Bedarf werden dort meist vorgefertigte Stücke verschiedener Länge gestapelt. Und damit diese Eisenstücke in dem fest angebrachten Rohr ganz oben sitzen, werden zunächst unten ins Rohr Distanzstücke aus Holz (bzw. heute PVC) eingebracht. Siehe auch: https://en.wikipedia.org/wiki/Flinders_bar.
Link zu einer Vorführung aller möglichen Kompensiermittel: LINK ZU YOUTUBE (Englisch).

Kreiselkompass

Ein Kreiselkompass ist eine Anlage zur Bestimmung des Kurses auf der Grundlage richtungssuchender Kreisel. Da diese Systeme nicht mithilfe des Erdmagnetismus funktionieren, werden sie hier nicht näher behandelt. Beispiele: siehe Anschütz; Prüfstand: s. Askania.

KRIEGSMARINE

Dieser Begriff bezeichnet die deutschen Seestreitkäfte zwischen 1935* und 1945. Nach der Reichsgründung 1871 hießen sie Kaiserliche Marine.  Die verwendeten Kompasse waren mit Hilfe eines Symbols für den Staat (kaiserliche Krone bzw. Adler mit Hakenkreuz) und des Buchstabens M für diese Waffengattung gekennzeichnet. Die Zahl darunter ist die Artikelnummer im Ausrüstungskatalog entspr. dem NATO Stock Number von heute.
*  Nach dem Zusammenbruch des Reichs 1918 durfte Deutschland keine militärische Marine besitzen und unterhalten.

Übersicht der Kennzeichnungen:

Kaiserliche Marine 1871-1919: Krone über Buchstabe M und Registriernummer
Reichsmarine 1919-1935: Reichsadler über M, teilweise mit Registriernummer [Reichsadler ähnlich heutigem Bundesadler]
Kriegsmarine 1935-1945:
Hoheitsadler über M, teilweise auch über "Kriegsmarine", manchmal auch mit dreistelliger Buchstaben-Herstellerkennung und Registriernummer
Nationale Volksmarine (DDR) 1956-1990: Aufschrift: "Eigentum der NVA" [Nationale Volksarmee]
Bundesmarine und Deutsche Marine seit 1956: Aufschrift: "Bundeseigentum", teilweise auch mit Herstellerangabe und 12-stelliger NATO-Versorgungsnummer.

 

1871-1919: Kaiserliche Krone
über einem Wappen, bestehend aus dem Reichsadler und einem Schiffsanker (s. r.)
Technik: s. BAMBERG oben

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 Foto Atlantikpirat/guntherprien47)
Prägung auf der Rückseite eines Taschenkompasses, der möglicherweise zur Ausrüstung eines Zeppelin Flugkapitäns im 1. Weltkrieg gehörte (s. Taschenkompass von BAMBERG).

 

(Foto rechts Andrew N.)
 

1933-1945: Hoheitssymbole des III. Reichs*  und Logo des Herstellers (Fa. PLATH): ein Seemann beim "Sterneschießen" mit einem Sextant. Kompassbeschreibung: s. PLATH

* S. a. Anschütz

(Foto Leonardo Signirole)

KUHLMANN

Die Fa. Kuhlmann (Link zur Website) wurde 1903 in Wilhelmshaven gegründet. Dieses Instrument aus dem 1. WK ist eine Angriffsscheibe. Es diente zur Berechnung des Vorhaltewinkels für den Abschuss von Torpedos.
Foto r. © A. Uhler. S.a. das quasi identische Instrument von STEGER von dem bessere Bilder vorliegen.
Kastenabmessungen: 18 x 32 cm
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