DER BÉZARD-KOMPASS - Teil 1 - TECHNIK

Das Kompassmuseum freut sich über jede Information, die geeignet ist, diesen Artikel zu ergänzen bzw. zu berichtigen. Insbesondere Beiträge über die Fertigungsperioden der einzelnen Modelle oder die Ausstattung der verschiedenen militärischen Einheiten sind wertvoll.
Ehemalige Mitarbeiter der Fa. G. LUFFT (Stuttgart) oder angehörige der Streitkräfte (BW / BGS) sind herzlichst eingeladen, uns über ihre Erfahrung zu berichten. Kataloge und Werbematerial sind willkommen. Ebenso freuen wir uns über evtl. hier nicht behandelte Nachahmungen (siehe unten IMITATIONSFABRIKATE).
Wer einen Beitrag leisten kann, möchte sich bitte mit dem Museumskurator über unsere E-mail-Anschrift (siehe Menüpunkt KONTAKT) in Verbindung setzen. Vielen Dank im Voraus!

MUSEEN
Bézard-Kompasse können in folgenden Museen betrachtet werden:
- WIEN: Heeresgeschichtliches Museum, Militärhistorisches Institut, Arsenal, Objekt 1 A-1030 Wien (www.hgm.or.at)


INHALT
Teil 1 - TECHNIK

Teil 2 - DOKUMENTATION


Bild rechts:
Der Erfinder in der Uniform
eines polnischen Obersts



 
(Zum Vergrößern,
Bild anklicken):

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EINLEITUNG - Der BÉZARD-Kompass: eine knapp 100jährige Erfolgsgeschichte

Dieser Kompass wurde zwar auf den Schachteln gemäß der Bezeichnung im Patent als "Diopter-Orientierungsbussole" (nach dem italienischen Wort für Kompass: bussola) genannt, aber er wurde früh als "Bézard-Kompass" berühmt. Zuerst in der kaiserlichen und königlichen (k. u. k.) Armee Österreich-Ungarns eingesetzt (Übersicht der Erlässe: HIER klicken), wurde er infolge einer breit angelegten Werbekampagne und eines nachhaltigen Lobbyings auch in Deutschland bekannt und eingesetzt (s. Teil 2 - Dokumentation: Bibliographie / Wegerkundung).

In einem Film aus den frühen 30er Jahren kann man den österreichisch-ungarischen Grafen László Ede Almásy sehen, der als Forscher in der Sahara einen Bézard-Kompass in der Hand hält. Anscheinend handelt es sich dabei um das Armeemodell 1910 II. Almásy entdeckte 1930 die Felsmalereien in der libyschen Wüste. Sein Leben wurde in dem Film "Der englische Patient" erzählt (zum Vergrößern, Bild anklicken).
Vermutlich handelte es sich jedoch bei der nur wenige Sekunden dauernden Szene um eine gestellte Einstellung für Werbezwecke. Ein einwanfreier Peilvorgang dauert wesentlich länger: in dieser kurzen Zeit kommt nicht einmal die Magnetnadel zum Stehen!

(Dieses Foto stammt aus der Produktion "Sahara - Das versunkene Paradies" und wurde dem Internet-Kompassmuseum freundlicherweise von der Firma ScienceVision zur Verfügung gestellt © www.sciencevision.at. Ferner wurde darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um eine nachgestellte Szene handelt.)

DIE BEIDEN GRUNDMODELLE

Im Patent wird ein Gehäuse aus Holz beschrieben. Davon sind nur sehr wenige Exemplare erhalten geblieben. Viel häufiger finden sich Modelle aus einem Material, das in den Begleitheften des Herstellers als Hartgummi bezeichnet wird (Naturkautschuk, gehärtet, s. Ebonit in Wikipedia). Bereits ab 1906 gab es zwei Versionen: eine kleine mit Holzgehäuse und eine größere mit Aluminiumgehäuse und Spiegel /sog, "Spiegelmodell 1906"). Sie wurden vier Jahre später in Armeemodell 1910 I und II umbenannt. Vermutlich bereits während des 1. WK wurden die Gehäuse aus einem "Hartgummi" genannten Material hergestellt.
Der Durchmesser der Kompassrose betrug 55 mm und das Lineal an der Anlegekante der Deckelbasis maß 50 mm. Er war in einer zivilen Version (Teilung der Kompassrose in 360 Grad) und in einer militärischen Variante (6400 Strich-Teilung) erhältlich. Das kleine Modell (45 mm Durchmesser, 40 mm Lineal) gab es mit Spiegel (I S) und ohne Spiegel (I) und es war nur mit ziviler Teilung (360 Grad) erhältlich. Beide konnten mit rechts- (d.h. im Uhrzeigersinn) oder linksdrehender (entgegen dem Uhrzeigersinn) Teilung bestellt werden.

Das kleine Urmodell gab es mit Holz- und mit Metallgehäuse (ca. 1905)


(Detailansichten: Bilder anklicken)

Technische Daten (kl. Modell)

- Durchmesser: 45 mm
- Breite: 52 mm
- Magnetnadel: mit Leuchtfarbe getränkte Pappe (sog. Balmain-Papier). Details w. u.
- Teilung: 5° (Papier) / 2° (Metall)
- Kompassrose: aufgeklebte Pappe bzw. eingravierter versilberter Boden des Aluminiumgehäuses. Im Alumodell waren die Zahlen auch in Spiegelschrift vorhanden. Nicht alle Modelle besaßen jedoch einen Spiegel.
S. a. Beschr. im Katalog des französ. Versandunternehmens für Metallwaren MANUFRANCE.
- Gewicht: 37 g / 62 g
Rückseite der Urmodelle mit Patent-Angabe und Marschrichtungspfeil - damals noch sehr klein rechts neben dem Wort DIREKTION (ohne Lineal) bzw. MARSCHDIREKTION (mit 50 mm Lineal an der Anlegekante).



Links: Aluminiumdeckel und Holzgehäuse
Rechts: Alu.-Deckel (poliert) und -Gehäuse
Anm.: Die französische Version war mit einem  Spiegel aus Glas betückt.

Die nächste Version war das Armeemodell 1910

Im 1907er Katalog der französischen firma S-L (Société des Lunetiers) wurden zwei Versionen angeboten: Holzgehäuse (ohne Spiegel) und Aluminiumgehäuse (mit Spiegel aus Glas!)



Das im Patent beschriebene Instrument mit Holzgehäuse wurde in Frankreich vom Schiffsuhren-Hersteller J. Auricoste vertrieben (ob auch hergestellt?), jedoch ohne Angabe des Patents. Vermutlich erfolgte dies während des 1. Weltkriegs oder kurz danach (Reparationszahlungen).

Technische Daten (gr. Modell)
- Durchmesser:  mm
- Breite: 52 mm
- Kompassrose: aufgeklebte Pappe bzw. versilberter Boden der Kapsel
- Teilung: 2° (kein Foto)
- Gewicht: 75 g
Das erste Modell mit Holzgehäuse wurde auch von Otto A. GANSER (Wien) in einer etwas  solideren Ausgabe produziert. Das rechteckige Gehäuse aus Tropenholz war breiter (60mm angeschraubtes Elfenbeinlineal) und wies seitliche Mulden für besseres Greifen der Lünette auf. Der aufgesetzte Marschrichtungspfeil aus Messing weist in die entgegengesetzte Richtung hin.
Beschriftung: Patent Hauptmann Bézard
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DIE LOGOS

Gefertigt wurde der Bézard-Kompass von der damals in Stuttgart ansässigen deutschen Firma Georg LUFFT.
Es gab nacheinander mindestens drei verschiedene Firmenlogos. Das vermutlich älteste Design stellte ein flaches zylindrisches Gebilde dar, auf dessen Randfläche der Name LUFFT stand. Es handelt sich um eine aneroid Kapsel für Barometer, da G. Lufft primär solche Instrumente baute. Ihm folgte dann eine ovale Kartusche, in der die übereinander liegenden Anfangsbuchstaben (G und L) zwischen den Schenkeln eines offenen Zirkels (auch Kompass genannt) eingeschrieben waren.



DieANfangsbuchstaben zwischen den Schenkeln eines Zirkels (auch Kompass genannt)


Ein weiteres LUFFT-Logo stellte eine Barometerdruckdose dar.

(s. Beispiel weiter unten Tschechoslowakei)

Später ersetzte LUFFT das GL-Logo durch den Gründernamen in gotischer Schrift.
Die Produktbezeichnung wechselte in den 30er J. von PATENT-BÉZARD in ORIGINAL-BEZARD. Zeitweise (wann?) stand auch nur Bézard-Kompass.


(Zum Vergrößern, Bild anklicken)


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DIE PFEILFÖRMIGEN ZEIGER

Das Bild von Kompassrose und Magnetnadel hat nacheinander zwei grundsätzlich unterschiedliche Formen erlebt.
Die erste war ein Pfeil, die zweite wies einen Kreis am Südende auf.

Die ursprüngliche pfeilförmige Nadel bestand aus einem Papierzeiger, der an einer Magnetnadel mit Wachs geklebt war. Zuerst (1905) bestand sie komplett aus Balmain- Leuchtpapier. Später (1913) wurde über dem Buchstaben N ein schmaler Strich aus radiumhaltiger Leuchtfarbe in Längsrichtung angebracht.
Rechts: Am Pfeilausschnitt des Armeemodells 1910 II R (Radium) sind auch zwei Leuchtfarbstriche vorhanden.

Magnetnadel mit Radiummarke


Gemäß der Bézard'schen Terminologie: die "Zeigerplatte"
Frühes Modell: der Pfeil an der Deckel-Innenseite mit Strichen aus radiumhaltiger Leuchtfarbe.



Der Pfeil im Deckel mit Nachleuchtfarbe im zuletzt gebauten Modell (Fluid Bézard).

 
Armeemodell 1910 II mit voreingestellter Missweisung: ca. 9 Grad West für Berlin am Anfang des 20. Jh.



Die Kursmarke am Armeemodell II bestand zuerst aus einem roten Strich auf einem Zelluloidplättchen, das zwischen dem Spiegelscharnier und dem Gehäuse eingelegt war.
Bei den späteren Versionen (d.h. ca. ab den 1930er J.) wurde der Papierzeiger durch einen konventionellen Metallzeiger ersetzt, dessen südliches Ende allerdings mit einer kleinen runden Scheibe versehen war. Die Südmarke auf der unteren Zelluloidscheibe war mit einem Kreis versehen, und es galt, die beiden in Übereinstimmung zu bringen.


Beim Modell I ist die Kursmarke eine einfache Metallspitze.
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DER SCHUTZDECKEL

Die ersten Modelle besaßen einen Aluminiumdeckel, der leicht Patina ansetzte. Er wurde an späteren Modellen durch Edelstahl ersetzt. Ab den Fünfziger Jahren wurde er Militärgrün lackiert.
An der Deckelaußenseite ist das Wort DIREKTION (bzw. DIRECTION bei Exportmodellen) eingraviert. Es ist durch einen Pfeil in Lese- und Marschrichtung wie durchgestrichen. Eine besondere Serie (für die Kaiserliche und Königliche Armee Österreich-Ungarns?) wurde ganz im Sinne der Germanisierung der deutschen Sprache mit RICHTUNG anstatt DIREKTION beschriftet, wobei der jeweilige Querstrich vom H und vom T (in Anlehnung an die Runenschrift?) eine Linie bildete.
An der Deckel-Innenseite der frühen Modelle befand sich ein mit zwei Schrauben befestigter Pfeil aus Pappe, der mit zwei schmalen Strichen aus radiumhaltiger Leuchtfarbe in Längsrichtung versehen war. Ein Sondermodell verfügte über eine verschiebbare Spitze an der Außenseite des Deckels, die das Ansetzen des Nullpunktes der Anlegekante auf der Karte mit großer Genauigkeit ermöglichte (s. 2. Reihe, Bild rechts).
Die Anlegekante des Deckels besaß ein graviertes Lineal von 50 mm Länge beim großen Modell II bzw. 40 mm beim kleinen Modell I.

Leicht korrodierender Aluminiumdeckel
Deckel aus Edelstahl, großes Modell


Anm.: das, was wie Punkte vor und hinter dem Wort RICHTUNG aussieht, ist jeweils das Ende der Befestigungsschrauben des Pfeils aus Pappe im Deckel.
Deckel aus Edelstahl mit dem Wort  DIRECTION (kleines Modell, Exportversion, 1930er J., französ. Himmelsrichtungen)


Ausziehbare Spitze zum Fixieren der Anlegekante auf einer Position der Karte.

DIE VISIERSCHLITZE


Während die Visierschlitze an allen Modellen gerade Aussparungen sind, ähneln sie am kleinen nach dem 2. Weltkrieg gebauten Modell Kimme und Korn einer Schusswaffe in einer runden Aussparung
Bild oben: Modell I S, ca. 1960
Beim Universal-Bézard-Kompass UBK (s.w.u.) sind zusätzlich querfäden in den Schlitzen eingespannt, um Höhenwinkel mit Hilfe des Pendel- Neigungsmessers zu messen zu können.

Der seitl. Abstand zw. der durch die Schlitze verlaufenden Visierlinie und der widerspiegelten scheinbaren Position der Magnetnadelspitze bezogen auf die Teilstriche war ein Nachteil wegen der daraus resultierenden Parallaxe, den Hptm. Franz Winterer ausführlich beschrieb (s. Bild rechts).


Oben: S. 24-25 des Buchs Der Militärische Gebrauch der Winterer Bussolen (Wien, 1936)
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DAS 10 cm LINEAL 



An den Schrauben der Anlenkung sind am großen Modell II zusätzlich Klammern zur Aufnahme des 10 cm Lineals angebracht.
Für die Bewegungen in der Dunkelheit konnte ein 10 cm langes Lineal mit zwei selbstleuchtenden Strichmarken aus einer radiumhaltigen Farbe in schwenkbare Klammern an der Deckelanlenkung eingesteckt werden.
Diese Vorrichtung war parallel zu der am Kompass festgelegten Marschrichtung. Die späteren Modelle hatten kein Radium mehr, sondern entweder einen langen Strich nicht-radioaktiver Nachleuchtfarbe oder gar keine Markierung.
.

Es gab zwei Unterschiedliche Klammernformen: zuerst flach am Bakelitmodell, später mit Stufe und mit größeren Schrauben am Aluminiummodell.
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DER SPIEGEL

Es gab drei Ausführungen. Beim großen Armeemodell II war er ursprünglich an einem Scharnier gelötet, dessen andere Hälfte am Gehäuse verschraubt war.
Die spätere Ausführung beim kleinen und beim großen Modell bildet selbst ein Teil des Scharniers. Er war nicht rund wie beim kleinen Modell, sondern elliptisch mit einer kleinen Nase, um ihn mit dem Fingernagel leichter anzuheben. Beim Modell I S (Bild Mitte) war das Gelenk dezentral nahe der Deckelanlenkung angebracht. Er besaß außerdem eine kleine Aussparung für die Kursmarke.
Das jüngste Modell (UBK FLUID) hatte zusätzlich einen kleinen mondsichelförmigen Einschnitt.

Armeemodell II 1910

Armeemodell I S 1930

UBK FLUID 1960

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DIE STRICHTEILUNG

(Zum Umgang mit der Strichteilung, siehe ausführliche Erläuterungen unter VERSCHIEDENES / Teilungen)
Anscheinend wurden die ersten kleinen Armeemodelle I (1910) mit Strichteilung während des 1. WK notdürftig mittels eines aufgeklebten Teilkreises aus Papier und einer Tabelle datiert 6.5.15 im Deckel aufgerüstet (s. Tab. unten, 1. Reihe).

Beim weiterentwickelten großen Armeemodell II bestand der aufgesetzte Strichteilkreis aus einer durchnumerierten Aluminiumscheibe (2. Reihe), die den Gradteilkreis vollkommen überdeckte. Sie war in ihrer Mitte ausgeschnitten, um die 360 Grad-Teilung aber nicht die Himmelsrichtungen abzudecken. Das Glas war nur lose eingelegt und leicht herausnehmar. Dadurch konnte nicht nur die Strich-Skala bei Bedarf mit dem Nullpunkt bei Norden oder bei Süden ausgerichtet, sondern auch die Deklination angepasst werden.

Im ersten Buch des Majors Gallinger (1929, S. 8, Bild 5, siehe Abschnitt Bibliographie weiter unten) heißt es, dass die Strichteilung mit Norden bei 3200 und Süden bei 6400 angeordnet ist, "zur Übereinstimmung mit den Richtmitteln der Artillerie und schweren Infanteriewaffen".
Es war damals üblich, den Peilwinkel vom Ziel ausgehend zu messen. Daher war die Null bei Süd. Dies kann auch beim Winterer Militärkompass beobachtet werden.


Außerdem ist eine Version des kleinen Armeemodells mit der nur in Schwedens Armee üblichen Teilung in 6300 Strich bekannt (siehe Beispiele unter Lyth und Silva), wobei die Himmelsrichtungen jedoch in deutscher Sprache gedruckt sind.

 (Foto r. Mc Caughan - zum Vergrößern, Bild anklicken).







Kleines Armeemodell 1910 mit provisorischer Strichteilung

Interessanterweise war der aufgeklebte Strichteilkreis in vier Quadranten unterteilt, wobei wie früher üblich die Null jeweils bei Ost und West lag. Anstelle der üblichen metallischen Marke bestand die Kursmarke aus einem Zelluloidstreifen mit einem roten Strich. Im Deckel war eine fotographisch verkleinerte Grad-Strich- Entsprechungstabelle eingesetzt.

Die Unterschrift lautet: f. fohrrab (Scherz für "vorab-Version"?)


Zusatz-Skala mit Strichteilung

Erst viele Jahre später (s. Gallingers Heft von 1933, S. 8, Bild 3) wird darauf hingewiesen, dass die Strichteilung auch mit Nullpunkt bei Norden ausgeführt wird.



 


Die Windrose besaß ab den 30er J. Radium-Hilfsmarken jeweils 45 und 90 Grad von Nord beiderseits der N-S-Linie (s. auch Winterer).


Genaue Erläuterungen in Gallingers Werk Der Bezard-Kompass



Windrose mit zusätzl. Leuchtmarken bei 45 und 90 Grad

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ANPASSUNG DER MISSWEISUNG

Beim modernisierten zerlegbaren Modell (späte 1930er Jahre) konnte die Missweisung an den jeweiligen Ort angepasst werden. Unter der Kompassrose befand sich eine zweite Zelluloidfolie, auf der nur Leuchtmarken für die Himmelsrichtungen angebracht waren. Man brauchte nur den Strich für Magnetisch Nord auf den richtigen Wert zu stellen. Es war jedoch etwas umständlich: zum Zerlegen der Dose mussten drei Schräubchen und eine Nutfeder (nicht abgebildet) aus- und wieder eingebaut werden.

Rechts: Eine der drei Schrauben
Die Marschrichtungsmarke bestnd aus einem roten Farbstrich auf einem winzigen Zelluloidplättchen, das zwischen dem Spiegelscharnier und dem Gehäuse eingebaut war.

Bézard-Kompass, zerlegt: unten, die beiden Zelluloidscheiben.
Am späteren Modell UBK III (ab den 30er- Jahren) konnte die Missweisung schneller umgestellt werden, indem die untere Zelluloidfolie mit einem (an einer Schnur befestigten) Stift durch eine kleine Bohrung unterhalb vom Spiegel festgehalten werden konnte während die Lünette entsprechend gedreht wurde.

Einstellung der Missweisung mittels Spezialstift am UBK III
Jakubowskis Patent
Ein System zur Festeinstellung der korrigierten Missweisung wurde 1933 durch Olgierd Jakubowski (Warschau, Patent Nr. 20963*) entwickelt. Eine zusätzliche, an der Basis der Kapsel angebrachte Scheibe konnte um den Wert der Missweisung verstellt und mittels dreier Schrauben fixiert werden. Das ausziehbare Lineal  wurde anstelle des auf einer Ost-West-Achse ausgerichteten Querbands des Original- Bézard- Kompasses verwendet. Beim Hineinschieben hob das Lineal die Magnetnadel an und verriegelte sie.
* Deutsche Fassung verfügbar
Vgl. mit Modell 1922 von DOIGNON

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DESIGN DES TRAGRINGS

In Anlehnung an die Taschenuhren wurden bei den ersten Modellen runde bzw. ovale Ösen verwendet. Sie waren für den feldmäßigen Gebrauch doch zu bruchanfällig und wurden später (nach dem 2. Weltkrieg) durch einen schlichten, billigeren aber sicherlich stabileren, angenieteten Bügel ersetzt. Viele Deckel besaßen noch die vorgesehene Bohrung.
 
BGS = früherer Bundesgrenzschutz,
jetzt Bundespolizei
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DER UNIVERSAL-BÉZARD-KOMPASS (UBK) - Modelle II und III

Das anspruchsvollste Modell war der sogenannte Universal-Bézardkompass (UBK): er besaß in den vertikalen Sehschlitzen je ein horizontales Stück Draht, womit optisch zwei Fadenkreuze entstanden. Mithilfe des im Deckel eingebauten Pendel-Neigungsmessers und der in der Kompassdose befindlichen Dosenlibelle konnte man Höhenwinkel messen. Damit war es auch schon möglich, ein Geschütz grob auszurichten.

Vorbild für den UBK war höchstwahrscheinlich das Patent Nr. 80134 von Erich Wolf aus dem Jahr 1917 für einen Artilleriekompass:

 
Der UBK III (1930er J. (Foto S. Gerhards) und das Modell der 50er J. mit der sog. Messplatte (Klapplineal)
 

Oben l.: Gehäuseunterseite mit Umrechnungstabelle und Einsatz der Libelle.

Oben r.: Fadenkreuz in den Visierschlitzen zur Messung von Höhenwinkeln mit Hilfe des Pendel-Neigungsmessers

Es gab auch eine Version ohne Libelle und mit abgerundeter Tabelle:

Der UBK existierte auch als FLUID UBK (s.w.u.)
Die Kompassrose des UBK mit der Libelle





Ausrichten eines Maschinengewehrs mit Hilfe des Bezard-Kompasses

(Bild anklicken für Detailansicht)
Die Messplatte




Für die Schätzung oder Messung von Entfernungen gab es ein spezielles Instrument, die sogenannte Messplatte. Es handelte sich um ein aus zwei jeweils 80 mm langen Schenkeln zusammenklappbares Lineal.

Die Skala war in den ersten 100 mm in Strich beziffert und ab cm 11 wieder in Zentimetern - d.h. wie folgt: 0-20-40-...-200-11-12...
Die Messplatte war am Kompass mit einer Schnur befestigt und musste 50 cm vor dem Auge gehalten werden. Messverfahren: Man hielt (als Rechtshänder) das Lineal in der rechten Faust und brachte die Linke Seite des Objektes, dessen Entfernung gemessen werden sollte, in Übereinstimmung mit dem herausragenden Ende des Lineals, während mit dem Nagel des Daumens das rechte Ende des Objektes auf der skala festgehalten wurde (siehe Bild rechts). Voraussetzung für die Schätzung der Entfernung war die ungefähre Kenntnis der Größe des jeweiligen Objektes. Wenn bei einem Haus von ungefähr 20 m Breite 20 Striche gemessen wurden, befand sich das Haus in 1 km Entfernung, da 1 Strich gleich 1 m in 1 km Entfernung entspricht, usw. Mit vertikal angeordneten Objekten verfuhr man entsprechend. Bilder aus R. GALLINGERs Buch "Der Bézard-Kompass" (1933) :

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DER FLUID-BÉZARD

Das von LUFFT zuletzt gefertigte Modell (bis 1996) war der flüssigkeitsgedämpfte FLUID BÉZARD. Diese Worte standen im Querband anstelle der Begriffe ORIGINAL BÉZARD. Es hatte eine erste Version gegeben, deren rot-weiße Magnetnadel vermuten lässt, dass sie in Zusammenarbeit mit der Fa. WILKIE entstanden war (vgl. mit den Kapseln einiger WILKIE-Taschenkompasse sowie mit dem PASTO-Fluidmodell). Von dieser ersten Version sind mindestens zwei Varianten bekannt: die vermutliche ältere von beiden besaß eine Metalldose mit gewelltem Boden ähnlich einem Barometer. Die gleiche Dose is auch im deutschen Artilleriekompass unbekannter Herkunft (X - Sitometer). Die andere war komplett durchsichtig.
Das spätere Modell war dann mit der BÉZARD-typischen Magnetnadel mit Pfeilspitze und Kreis bestückt. Es wurde in der einfachen zivilen und in der militärischen UBK-Variante sowie in einer sogenannten Bundeswehr ('Bw')-Armband-Version produziert. Zusätzlich zur üblichen Punkt/Kreis-Überlagerung am Süd-Ende der Magnetnadel war die richtige Lage der Magnetnadel bei Nord mittels zweier Schrägstriche in Leuchtfarbe dargestellt, zwischen denen die Nadelspitze sichtbar blieb.

Die ältere Variante des ersten FLUID Bézard im zerlegten Zustand: Der Gehäuseboden war ausgefräst und eine herausnehmbare Aluminiumscheibe schützte die Kompasskapsel. Der Spiegel war verchromt.


Die 360° Teilung (s. Bild unten) war mit einem Papierstreifen mit 6400er Strich-Teilung überklebt. Die Himmelsrichtungen NW, N und NO waren mittels leuchtenden Materials (Leuchtpapier?) gekennzeichnet. Es gab keinen Buchstaben für Norden, sondern nur einen kleinen Pfeil, dessen Lage (ca. 5° W) der damaligen Missweisung (1950er Jahre) entspricht.



Im Lid war anstelle des üblichen Marschrichtungspfeils ein einstellbarer Streckenmesser eingebaut (auf der Basis der individuell kalibrierten Schrittlänge). 



An der Außenseite steht das Wort RICHTUNG.

(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)


Die durchsichtige Unterseite
Das erste flüssigkeitsgedämpfte Modell wies noch das übliche Querband auf. Die Nadel war quasi identisch mit denjenigen der Kompasse der Firma WILKIE, die damals schon (50er Jahre) die Technologie der Flüssigkeitsdämpfung perfekt beherrschte.

(Fotos wurden von einem Privatsammler übermittelt)


Das spätere einfache Modell mit schlichter Kompasrose. Beim FLUID UBK waren die Worte des Querbands in weißer Farbe zwischen zwei horizontalen Linien geschrieben (Bild in der Mitte).

(Bild anklicken zum vergrößern)

Das obige Modell mit Edelstahldeckel wiegt 150 gr. Es gab auch eine leichtere Version mit Alu-Deckel (100 g) in tief dunkelbrauner Farbe und mit roten Linien und einem Pfeil am Kapselboden (Foto HIER). Existierte auch mit rotem Gehäuse (Foto F. 


Der FLUID-Bézard in der Armbandversion Modell "Bw" (Bundeswehr). Es gab auch eine Version mit roten Linien und einem Pfeil.

Datenblatt: siehe Armbandkompasse

Foto Ted Brink - siehe LINKS, Militärische Kompasse

PLASTIK-GEHÄUSE VERSION


Eine (billige ?) kleine Version wurde vermutlich in den 50er/60er J. gefertigt. Die Kapsel war mit derjenigen der Metallversion identisch, aber die Worte DIRECTION über dem Pfeil und Original-Bézard waren im Druckguss. Der Bügel für die Leine auch Bestandteil des Deckel.

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DIE LEDERTASCHEN

Die älteste: schwarz, gerippt

Die wertvollere:
Braun, glatt, auf Kanten genäht
Die vorletzte Version: braun glänzend mit Pockennarbenmuster
(s. auch das luxuriöse Bundeswehr-Modell mit Filzfutter weiter unten)
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DIE KUNDEN

Zu den Kunden zählten einige Armeen Europas.
Das Modell UBK war auch lange Zeit das vom Deutschen Alpenverein (DAV) bevorzugte Instrument.

BUND / BGS

In Deutschland war der Deckel jeweils mit BUND bei der BUNDESWEHR bzw. mit BGS beim BUNDESGRENZSCHUTZ (heute Bundespolizei) gekennzeichnet.


Teilung am Bundeswehr- und am BGS- Kompass:  6400 Strich

Die Bundeswehr hatte den FLUID-BEZARD. Die Missweisung war voreingestellt aber nicht verstellbar!

Die Bundeswehr-Taschen waren aus Leder mit rotem Filzfutter. Der Fluid Bézard hatte keine Greifer für Lineal mehr.

S. a. im Kapitel Bibliografie die Bedienungsanleitungen und eine großformatige Lehrtafel.


Anm.: Über die Ausstattung der Bw und des BGS (von wann bis wann?) liegen dem Museum noch keine Daten vor. Ihre Hilfe ist gefragt.


FRANKREICH
(Armée Française, AF)

Den AF-Bézard-Kompass gab es mit 360 Grad- und mit 6400 Strichteilung (s. BGS oben). Ausstattung der französischen Truppen im Indochina- und im Algerien-Krieg (jeweils 1946-1954 und 1957-1962)
(ungesicherte Vermutung: von wann bis wann genau? Ihre Hilfe ist gefragt.)

KOMMENTAR: Eine interessante Frage stellt sich hier: hat Frankreich nach dem 2. Weltkrieg diese Kompasse von Lufft zu Sonderbedingungen, vielleicht sogar als Reparationszahlung gratis bekommen? Das wäre ja voll zu Lasten der französischen Kompassindustrie gegangen! Also warum hat Frankreich sie verwendet? Allerdings waren die französischen Marschkompasse daneben in ihrer Auslegung vorsintflutlich... (siehe zum Beispiel das französische Modèle 1922 in der Kategorie Marschkompasse).
ITALIEN

Der Kompass und die Himmelsrichtungen sind mit der französischen zivilen Version identisch.

Zwei Fassungen der Gebrauchsanweisung sind bekannt: 1930er und 1950er J. (Fotokopien der jüngeren Fassung erhältlich).
   
Frühe Version

Spätere Version

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Der Deckel und die Kompassrose der Exportversionen waren in der jeweiligen Landessprache beschriftet.
Beispiel rechts: FRANKREICH (altes Modell):  "BREVET BÉZARD". Das Wort DIREKTION war nur manchmal übersetzt.




BRASILIEN : DIREÇÃO
PORTUGAL :
DIRECÇÃO
Die brasilianischen Streitkräfte  (FORÇA EXPEDICIONÁRIA BRASILEIRA) verwendeten ein UBK-Modell mit 360 Grad Teilung ohne Libellle. Abk. unter dem Wappen: M. G. = Ministerio de Guerra (Kriegsministerium). Das Wappen Brasiliens auf dem Deckel (vgl. mit dem offiziellen Bild rechts oben)

Foto I.: R. Ferreiro Pinto / Foto r.: Portug. kleines Modell, 6400 Strich linksdrehend.
(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)
Unterseite: die Umrechnungstabelle und der Herstellername LUTZ FERRANDO / Rio - Sao Paulo. Wir vermuten, dass es sich hierbei teilweise um einen Lizenzbau handelt: LUFFT lieferte die Teile nach Brasilien, wo der Lizenznehmer sie fertig prägte und zusammenbaute.

Die Serien-Nr. an der Seite des Gehäuses: Der Buchstabe L steht für den Herstellernamen.

Detailansicht der Skala am Neigungsmesser: Der griech. Buchstabe  µ (mü) steht für die Winkeleinheit Strich (s. Versch./Teilungssyst.). Das portugiesische Wort GRAU bedeutet Grad.

EXPORTVERSION des UBK
(entdeckt in Mexiko)


Vermutl. eine sehr kleine Serie, da mit mehrere Fehlern behaftet. Der Deckel ist außen international graviert (DIRECTION)

Fotos R. Regaruva
Beschreibung in Abschnitt UBK weiter oben
Die Himmelsrichtung West (oeste auf Spanisch) ist mit OE abgekürzt (Zum Vergrößern, Bilder anklicken)

Anm. zur Tabelle (Foto r.): Sie ist auf Französisch abgefasst, aber sie weist mehrere Fehler auf. Die Begriffe "Tableau comparative" passen nicht zueinander (männl. und weibl.). Es müsste heißen: Tableau comparatif, was trotzdem falsch wäre: solche Tabellen heißen auf Französisch Table de conversion bzw. d'équivalence. Außerdem ist der Begriff Strich (rechte Spalte) mit "gr" (für grade) anstelle von mill. (millièmes) wiedergegeben worden.
Gravur auf der Rückseite des Spiegels:
"Made in Germany"

Foto unten: die Gehäuse-Unterseite mit der fehlerhaften Übersetzung von Vergleichstabelle.

RUMÄNIEN:  DIRECŢIA



Es gab zwei verschiedene Versionen. Auf der einen waren unter dem Gehäuse die üblichen Worte Original-Bézard im Guß erhaben, bei der anderen stand Busola-Bézard:



Die Kompassrose : Beide Versionen wiesen eine militärische Strichteilung auf (6400 Strich):

TÜRKEI (1930er J.)

Lesen Sie die interessante Anm. über die Sprache unter Verschiedenes / Himmelsrichtungen / Türkisch


Vergrößerte Ansicht des Zifferblatts: Bild anklicken

Dieses Exponat ist eine großzügige Schenkung von Doug Carter an COMPASSIPEDIA

SCHWEDEN (1930er J.)

Foto McCaughan

Teilung: 63oo Strich, linksdrehend
Himmelsrichtungen auf Deutsch.
(Siehe im Menü Verschiedenes  / Teilungssysteme / Strichteilung - 63oo)
Rückseite: beide Logos von LUFFT (s. Tschechosl.)

POLEN
Auf dem Querband stand das Wort ORIGINAL in polnischer Sprache: ORYGINALNY


JUGOSLAWIEN
 (Serbokroatisch)

TSCHECHOSLOWAKEI
Version mit mehreren Logos
Bild links: in der Mitte, Wappen der Tschechoslowakei (steigender Löwe in einer Raute) zwischen militärischen Einheiten-Kennzeichen (P.18.7 ... 23)
Bild rechts: Unterseite, älteres LUFFT Logo auf der Außenkante einer stilisierten Barometerdose.

NIEDERLANDE: RICHTING
Ältere Armee-Modelle waren mit der Abk. DvO (Dept. van Oorlog = Kriegsministerium) bis 1928 gekennzeichnet. Danach wurde der Name in D.v.D. (Dept. van Defensie) geändert.



Das Wort RICHTUNG wurde ins Niederländische RICHTING übersetzt:

  

Zum Vergrößern, Bilder anklicken
Nachkriegsmodell (1960?): ORIGINEEL anstatt Original auf dem Querband

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DIE IMITATIONSFABRIKATE

In den Ländern, in die LUFFT seine Produkte nicht selbst exportierte, wurden entsprechende Instrumente durch etablierte Hersteller unter ihrem eigenen Namen und Logo (in Lizenz?) gefertigt, wie z.B. Cornelius Knudsen in Dänemark oder GAMMA in Ungarn. Andere Kompasse sind nicht absolut identisch und gelten nur als Imitationen wie "ŠP" (Tschechoslowakei), MOM/41 (Ungarn), FPM (DDR), OPFOS (Deutschland, Österreich oder Schweiz?) sowie I.O.R. (Rumänien). Das selbe Zifferblattsystem wurde auch beim FALKE-Kompass verwendet.
Siehe auch:
- OPTOS (Deutschland, Österreich oder Schweiz?), TRIUMPH

DÄNEMARK
Hersteller: Cornelius Knudsen - Kiøbenhavn (Kopenhagen), berühmter Marineoptiker
Ein Barometer mit diesem Verkäufernamen ist auch bekannt. Es handelt sich beim Kompass vermutlich um eine Spezialanfertigung von LUFFT. (Vgl. mit dem holländischen Modell weiter unten)



Abmessungen: mit dem kleinen Modell (I - ohne Spiegel) identisch. Teilung: 6400 Strich linksdrehend, wobei die Tausender ausgeschrieben sind. Die Himmelsrichtungen entsprechen der deutschen Schreibweise. Nr. 1323. Anlegekante ohne Lineal. Zusätzliche Angaben: eine Königskrone mit den Initialen HV. Das Wort RETNING (RICHTUNG / DIRECTION) ist mit denselben Lettern geschrieben, wie auf den originalen Bézard-Kompassen.
Der Herstellername (auf der Unterseite) umschließt einen Wappen mit Krone, in dem ein Zirkel und ein Zimmermann-Winkelmaß abgebildet sind. Der Text des Querbands auf der West-Ost-Achse lautet: FELTK. / M. 1928 (Feldkompass / Modell 1928).
 
DEUTSCHLAND (frühere DDR)

Hersteller: FPM

Lesen Sie mehr über diesen Kompass bei den Produkten der Firma FPM (Freiberger Präzisionsmechanik) in der Kategorie Marschkompasse.


FRANKREICH


Hersteller: J. Auricoste

Lesen Sie mehr über die Firma Auricoste und diesen Kompass in der Kategorie Marschkompasse.

Hersteller: CHAIX

Lesen Sie mehr über die Firma CHAIX und diesen Kompass in der Kategorie Geologen- & Artillerie-Kompasse.
ÖSTERREICH

Hersteller: O. Ganser

Lesen Sie mehr über die Firma Ganser in der Kategorie Geologenkompasse.

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TSCHECHOSLOWAKEI - 1

Es sind zwei Hersteller bekannt einer zivilen Version (360°-Teilung) mit leichten Unterschieden: ŠP und MEOPTA (detaillierte Beschreibung: bitte die Links aktivieren)
 
Es gibt auch eine Militärische Version (mit 64oo Strich-Teilung) mit dem Wort SMĚR (Direktion) innen und außen am Deckel.


Armee-Version
(Ansicht beider Seiten, Bild anklicken)
ŠPs Logo

 MEOPTAs Logo


TSCHECHOSLOWAKEI - 2
Hersteller : unbekannt
(SMĚR bedeutet DIREKTION / RICHTUNG).
Kompass mit um ca. 180 Grad schwenkbarem Spiegel:

(Animation: Bild anklicken)


(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
An der Deckelaußenseite befinden sich die Missweisungswerte für verschiedene Städte der damaligen Tschechoslowakei (PRAHA = PRAG, BRNO = BRÜNN) gültig für das Jahr 1938.
Die Skala an der Anlegekante war für die Armeekarten im Maßstab 1:75.000 bestimmt: eine Einheit misst 1,33 mm, was 100 Meter auf der Karte entspricht.
Am Deckel befindet sich außerdem eine Halterung - vermutlich war dieser Kompass für ein Geschütz gedacht.
Datenblatt
- Durchmesser: 45 mm
- Gewicht: 145 g
- Teilung der Kompassrose (Foto: Link anklicken): 6400 Strich, rechtsdrehend
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RUMÄNIEN
(modern) Hersteller: I.O.R.

Lesen Sie mehr über diesen Kompass bei den Produkten der Firma I.O.R. Valdada in der Kategorie Marschkompasse.

NIEDERLANDE / HOLLAND
Hersteller: unbekannt

Das Gehäuse ist mit der dänischen Version quasi identisch.
Möglicherweise wurden in manche Länder Kompasse von LUFFT unsigniert exportiert.

Foto Snyder's Treasures
UNGARN:    IRÁNY  (DIRECTION)


Hersteller: Die älteste Version des kleinen Modells wurde nach unserem Kenntnisstand von der Firma GAMMA (Budapest) gefertigt. Es handelte sich um das Modell ohne Spiegel. Es wurden auch militärische Versionen des großen Modells von der Firma MOM / Süss Nándor gefertigt, die später in Werk Nr. 41 umgenannt wurde.
(Die Links anklicken, um die jeweiligen Einträge zu lesen)
Fotos (links und Mitte): MOM - (rechts): GAMMA
   
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TEIL 2 - DOKUMENTATION