MARSCHKOMPASSE

ALPHABETISCHES VERZEICHNIS DER IDENTIFIZIERTEN HERSTELLER

Die nachstehende Übersicht enthält nur die Namen der bekannten Hersteller von hier ausgestellten Produkten. Einige Kompasse konnten keinem Hersteller zugeordnet werden. Es wurden auch einige Fachbegriffe hinzugefügt.
A
Abercrombie & Fitch
ADBER / ADRIANOV
   (АДБЕРЪ / КОМПАС
   АДРИАНОВА auf Russisch)
AFID
AK "artilleri compass" (ehem. Rote Armee)
A. & N. Aux. (Pathfinder)
Anglo-Swiss Ass.
Argentiniens Armee
ASKANIA
AURICOSTE
Australien
AZIMUT (A3ИMYT auf Russisch)
B
BAILLE-LEMAIRE
BARIGO
BARKER
BELFIELD
BÉZARD
B-L
BODAN (s. Askania)
Boussole Directrice (französ. Marschk., 1. WK)
BREITHAUPT
BROWNE (siehe H. B. & S.)
BRUNSON
BRUNTON
BÜCHI
Bundeswehr
BURNAT
BUSCH (cxn)

C
cah (s. Fargel & Rossmanith)
CAMMENGA
C.E.V.
CHETWYND
CHINA
cjy (s. NEAG)
ckc/C
COLLIGNON
clk (s. Breithaupt)
COMPASS Instrument & Optical Co. Inc. N.Y.
CONAT
CRC
CREAGH OSBORNE
cro (s. FUESS)
CRUCHONS & EMONS
cxn (s. BUSCH)
D
DARTON
DELCROIX
DEMARIA-LAPIERRE
DICI
DLM
DOIGNON
DOLLOND
DOMATIC
DOMINION
DUROPLAST
E
ELOP
ENBEECO
erv (s. Hofmann)
Energopribor (эп auf Russisch)
ESCAPE COMPASS
    (Fluchthilfe-Kompass)
ESCHENBACH
F
FALKE / FAUCON
Fargel & Rossmanith (cah)
F-L (French Ltd)
FPM - Freiberger
    Präzisionsmechanik
Französ. Marschkomp. 1. WK:
     (s. Boussole Directrice)
FUESS (cro)
fxn (s. SCHIECK)
fzg

G
G150
GAMMA
GANSER
GAUMONT
GERLACH
GKS
GLAUSER
Glavkulttorg
GURLEY
H
HANDLEY
hap (s. KOHL)
H. B. & S.
HELIOS
HOFMANN (erv)
HUGHES
I
Indische Kompasse
I.O.R.
ISRAEL (IDF / Tsahal)
Italienische Kompasse
J
JEZNACKI
J.W.H. (s. HANDLEY)
K
KERN
K.M.32
KOEHN
KOHL Max (MK, hap)
Kommit (C. Stockert)
K&R (Kasper & Richter)
KRÖPLIN
KÜHRT
KULVIEC

L
L1A1 (STANLEY)
LAWRENCE & MAYO
LEGH (Major)
LEMAIRE
LENDVAY
LENSATIC (Linsenkompass)
LEUPOLD
LIONEL Corp.
LUFFT
LYTH
M
M-1938
M-1950 (s. Lensatic)
M-49, M-53 (YU)
M-73, M-88 (GB)
MAGNAPOLE
MAG. TRNG
MANUFRANCE
Marschkompass, M.Ko.
MEISER & MERTIG
MEOPTA
MERIDIAN
MILLER
M.I.O.

(M - Forts.)

MK (s. KOHL)
Mk 1
Mk III
MK3A
Mk 4 / IV (s. Glauser und SISTECO)
M.K.32
Modèle 1922
MOM
MORDAN
MORIN
турист (s. Stockert "S")


N
NEAG (cjy)
NEUFA (s. GKS)
NEWTON
NIEDERMANN
NIFE
NISTRI

O
OBSERVATOR
OMI (MK III)
OPTOS
ORION (s. Kröplin)
P - Q
PO-52 (Teleoptik, YU)
PASTO
PLAN Ltd
PÖFERLEIN
Polen
Prismenkompass
R
Radio Militaire
Radium (Leuchtfarbstoff)
RECORD
RECTA
REFLECTOR
Russland (Modell AK)
S
"S" (s. STOCKERT)
SCHIECK
SCHLACHT
SECRETAN
SHORT & MASON
SILVA
SINCLAIR
SIRS
SISTECO
ŠP
SPERRY

S (Forts.)

STANLEY
STEIN (von)
STEWARD
STOCKER & YALE
STOCKERT ("S")
SUPERIOR MAGNETO
SÜSS NÁNDOR
T - U
TELEOPTIK
T.G. Co Ltd London
Training
TRIUMPH
TYCOS

V
VAUCHER
VEB Plastverarbeitung
VERNER (Kompasstyp)
VERNER "Vern.bus"
W
WARDALE
WATTS
Wehrmacht
Wehrsport
WILKIE
WINTERER
X
Nicht identifiziert
(Deutschland oder Österreich)

xbk (s. Geol- & Artill.-K.)
Y
YEATES & SON
Z
ZEISS IKON
Z.I.E.L.

- A -

ABERCROMBIE & FITCH

Steckbrief:  Der Name geht zurück auf David Abercrombie, der 1892 Abercrombie & Co. gründete und einen Campingladen am Hafen von Manhattan aufmachte. Ezra Fitch, damals Rechtsanwalt, fühlte sich sehr gelangweilt von seinem damaligen Beruf und genoss es lieber draußen zu campen und stieg in das Geschäft mit David Abercrombie ein. 1904 wird der Name Abercrombie & Co. offiziell zu Abercrombie & Fitch (Quelle: WIKIPEDIA). Anschrift: Madison Ave. 25th St. New-York 17. N.Y.

Zum Vergrößern, Bild links anklicken.

A. & F. vertrieb vermutlich nach dem 1. Weltkrieg einen ähnlichen Spiegelkompass wie PLAN Ltd und Cruchon & Emons (sowie taschenuhrförmige Kompasse). Es handelte sich um eine stark vereinfachte zivile Version für Jäger und Wanderer. Der sichtbarste Unterschied lag in der runden Aussparung (Visier) im Deckel: sie ist in den anderen Versionen pfeilspitzenförmig ausgestanzt. Im Gegensatz zu den militärischen Instrumenten waren die Markierungen nicht mit Radiumfarbe ausgeführt. Es gab keine zusätzliche seitliche Bremse der Kompassscheibe. Der Tragring war nicht mit Schrauben befestigt, sondern nur in die Halterung gesteckt. Die Arretierung bestand aus einem Drückhebel, der sich auf der Tragringhalterung befand. Prägung an der Rückseite: Abercrombie & Fitch Co. New York - Made in Switzerland. A & F verkaufte auch den Armbandkompass von Superior Magneto nach dem 2. Wk. (Link zu Werbung).

ADBER / ADRIANOV (АДБЕРЪ / КОМПАС АДРИАНОВА)

Beschreibung:  Der Modellname ADBER (АДБЕРЪ auf Russisch. s. Foto u.) ist ein Akronym, gebildet aus den Angfangsbuchstaben der Namen der Patentanmelder. Dieser Kompasstyp wurde bereits vor 1907 vom russischen Kartographen Kapitän Wladimir Nikolajewitsch ADRIANOV (link zu Portrait und Biographie - * 22. Feb. 1875 in St-Petersburg; † 24. Aug. 1938 in Ostaschkow) entwickelt und zusammen mit Friedrich Bernstein patentiert. Diese Urversion des später berühmt gewordenen Armbandkompasses der Roten Armee ist nur bedingt als Armbandkompass zu gebrauchen. Eine ähnliche Version wurde später für einen norwegischen Kunden gebaut. Sie erscheint in einem BUSCH-Katalog (Nr. 3350) der 1930er J.
Die rückseitig eingravierten Worte bedeuten: "Patent beantragt für Russland, Deutschland und England".
Siehe auch im Menü  unter "SUCHE / Russland" die zahlreichen russichen Kompasstypen sowie die Taschenkompasse von Khlynowsky und Ossietzky.


Zum Vergrößern, Bilder anklicken


Rückseite: Lineal 1 Zoll und 25 mm
Verriegelung: Hebel in einer Mulde
Datenblatt
- Durchm.: 50 mm, Dicke: 11 mm
- Teilung: alle 15°,  Himmelsrichtungen in russischer Sprache. Auf der rechten Seite, das Symbol für Nord (verrostet) ist nicht der Buchstabe C (für CEBEP) wie üblich, sondern ein Dreieck.
- Gehäusematerial: Aluminium und Messing
Beschr. in der Liste der zugelassenen Ausrüstung (1907):



Source : Official 1907 User instructions

Der nachtstehende Kompasstyp sollte möglicherweise auch am Handgelenk getragen werden (s. Ösen), aber wir haben noch nie ein Exemplar mit Originalarmband gesehen.

Adrianovs Patent, Britische Ausgabe
(Komplette Fassung erhältlich)


Schulungsmaterial der Roten Armee
(Bild anklicken für kompl. Beschr. in russ. Spr.)


Dieser Kompasstyp wurde den Absolventen der Artillerieoffiziersschule überreicht. Beschriftung der Rückseite im alten Russisch vor der Rechtschreibreform:

Kompass nach Kapitän Adrianov - Modell 1911
Verbessert durch die Offiziere der Schießschule
1 Einteilung = 3 Grad bzw. 5 Strich


Auf der 1915-Version wurde der Name KRAUSS in der letzten Zeile hinzugefügt
Spätere Versionen waren schlichter

Ansicht zerlegt: die Magnetnadel ist mit der Patentbeschreibung identisch. Das Glas lässt sich leicht abnehmen (drei Schrauben) im Gegensatz zur norwegischen Version, die mittels Draht zusammenhält (s. Foto HIER).

Norwegische Version: Beschreibung und Datenblatt: s. BUSCH (Nr. 3350). Die Lünette war mittels Kupferdraht (Link zum Foto) befestigt.



AFID

Steckbrief: AFID war möglicherweise der Name eines deutschen Herstellers in den 1930er/40er J.
Es liegen keine gesicherten Information vor. Vielen Dank im Voraus für jeden Hinweis.
Standardkompass der Wehrmacht-Soldaten (III. Reich, 2. WK). Version mit Aluminium-Deckel.
Technische Beschreibung: s. weiter unten Breithaupt.

A. & N. Aux. / Army & Navy Auxiliary

Steckbrief: Die Genossenschaft Army & Navy Auxiliary Co-operative Supply Ltd, Victoria Street, Westminster, London, wurde 1882 von Offizieren und Unteroffizieren gegründet, um den Angehörigen der Streitkräfte und deren Verwandten in Großbritannien und dem Commonwealth Produkte zu günstigen Bedingungen zu besorgen (Quelle und mehr Info hier: House Fraser Archive). Unter den angebotenen Kompassen ebfand sich eine Version des Modells REFLECTOR sowie ieser PATHFINDER (Link zu gleichnamigen Instrumenten) genannte Kompass. Es weist an der Unterseite zwei Ösen auf und kann am Handgelenk getragen werden (s.a. Armbandkompasse). Das Deckglas ist angelenkt und ermöglicht es, den schwarz-orange Zeiger zu verstellen um entweder die magnetische Deklination zu berücksichtigen oder als Marschrichtungszeiger verwendet zu werden. Die eigentliche Magnetnadel befindet sich an der Rückseite der Kompassscheibe (Link zu einem Foto des zerlegten Instruments).
Bild anklicken für Ansichten der verschiedenen Seiten  
Datenblatt - Ø: 53mm. Gewicht: 125 g. Radiummarken. Fertigungsdatum: Anfang 20. Jhdt. Hersteller: unbekannt.


Anglo-Swiss Association

Steckbrief: Die Anglo-Swiss Association war ein Unternehmen, in dem folgende Hersteller zusammengeschlossen waren (?). Es war im Jahre (?) gegründet worden und wurde ...(?) aufgelöst. Das einzige bekannte Produkt war ein Kompass nach Verners Muster, der während des 1. Weltkriegs für die British Army hergestellt wurde.
Foto Jaypee - Privatsammlg.
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Argentiniens Heer

Steckbrief: Argentiniens Heer hat lange spezielle Versionen des berühmten Kompasstyps, den Cruchon & Emons bzw. PLAN Ltd während des 1. WK für den US Engineers Corps baute. Es gab mindestens zwei verschiedene Versionen: die eine zierte nur der Wappen, erhaben geprägt, über der Abkürzung E. A., während bei der anderen der Wappen tiefgezogen war, und die Worte "EJERCITO ARGENTINO" darunter ausgeschrieben waren. 

Die beiden Deckeltypen
(Foto links zonamilitar.com.ar)

Zum Vergrößern, Bilder anklicken
Datenblatt
Siehe Detailbeschreibung unter PLAN Ltd.

- Durchm.: 54 mm ; Dicke: 18 mm
- Teilung: 360°
- Himmelsrichtungen: Spanisch, O = Oeste = Westen
- Beschriftung: B. N° 10816 (Brújula Número = Kompass-Nr.)
- Leuchtmarken: kein Radium entgegen den C. & E. und PLAN Ltd Modellen
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ASKANIA (BODAN)

Steckbrief: ASKANIA ist ein deutsches Unternehmen (für mehr Informationen HIER klicken). S.a. Luftfahrt-, Marine- und Armbandkompasse.
Dieser Kompass trägt eine sogenannte NATO Stock Number (NSN), in der die Zahl 6605 für Marschkompass und die 12 für Deutschland stehen. Die anderen Zahlen sind das Kennzeichen des Herstellers, bzw. der Spezifikation. Er wurde in der Bundeswehr (gegründet 1956) aber vermutlich auch beim deutschen Bundesgrenzschutz (GBS, gegründet 1951, heute Bundespolizei) eingesetzt (siehe auch weiter unten das Modell CONAT der Fa. Breithaupt).

Links: Hersteller-Prospekt (Bild anklicken: Gesamtansicht mit Datenblatt auf der Rückseite)
Foto rechts: Askania hat auch einen Marschkompass in Taschenuhrform von Kröplin signiert.

(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)



Diesen Kompass ziert das sogenannte Perkin-Emblem, ein aus drei Dreiecken gebildetes Logo, die die drei (groß geschriebenen) "A" im Namen "AskAniA" darstellen (siehe rechts). Ferner ist manchal im Deckel der Name des Herstellerwerkes geprägt: BODENSEEWERK.



Die Versorgungs-Nr. (NSN) 6605-12-120-1506 war auch auf der Ledertasche geprägt.


Beschreibung im Soldatenhandbuch der Bw.
(auch der Hoffmann genannt).

Das Logo mit dem Namen AskAniA, in dem jeder Buchstabe A groß geschrieben wird. Zusammen mit dem darunterliegenden Oval bildet es grafisch eine Krone. Die Form eines jeden A erinnert an Freimaurersymbole:



Zum Vergrößern, Bild anklicken
Foto Ted Brink (LINKS, Militärische Kompasse)


Datenblatt
- Abmessungen (geschl.): 70 x 70 x 18 mm
- Gewicht: 140 g
- Anlegekante: 100 mm
- Teilung (Bundeswehr): 6400 Strich
- West-Ost-Querband (wie auf dem  Bézard-Kompass). Diese Linie verläuft auf den Kompassen des Warschauer Paktes immer entlang der Nord-Süd-Achse.
Die belgische Armee (ABL = Armée Belge / Belgisch Leger) verwendete auch Kompasse der BODAN-Serie. Ein Logo zeigt die Buchstaben W und V übereinander in einem Kreis über dem Namen der Stadt BIELEFELD.

 
Ein anderes, sehr ähnliches Modell wurde bereits in den frühen 50er Jahren von den niederländischen und den belgischen Streitkräften verwendet. Der Teilkreis dieser Kompasse war doppelt belegt (360° und 6400 Strich).

Die Modelle mit Himmelsrichtungen in einer romanischen Sprache (Französisch: Ouest / Est; Spanisch: Oeste / Este) wurden auch in Südamerika verwendet.
Beispiel unten: Peruanische Armee.



Export models like this item issued to Peru's Army troops featured cardinals matching all Roman languages (O = Oeste / E = Este). The case was sand-colour painted and not NATO green. There were no rubber pads on the external faces. The mirror's rear face was painted grey.
Inscriptions:
- In the lid, only the word GERMANY
- Outer face: Logo and serial /no.

The leather pouch was black and rectangular.
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AURICOSTE

Steckbrief: J. AURICOSTE ist ein französisches Unternehmen (für mehr Informationen HIER klicken).

Es hatte am Anfang des 20. Jh. einen Kompass gemäß dem System gebaut, das Johann von Bézard 1902 hatte patentieren lassen.
Im 1. Weltkrieg (siehe Werbung aus dem Jahr 1915) wurden die Schachteln mit den Flaggen der damals gegen Deutschland kämpfenden Länder dekoriert.

Die Form des Pfeils (auf dem Magnet und im Deckel) ist mit dem des Original-Bézard-Kompasses (bis auf die Einkerbung am Pfeilende) quasi identisch (siehe auch den Artikel Der Bézard-Kompass).


Papierzeiger, Rahmen unter dem Glas und Pfeil im Deckel waren mit Leuchtfarbe gestrichen.

Übersetzung der französischen bezeichnung:
Leuchtender Feld-Marschkompass


Der damalige Wert der Missweisung (ca. 9 Grad West) war dadurch berücksichtigt, dass der Papierzeiger um diesen Winkel verdreht auf dem Magnet geklebt war.
Datenblatt
- Durchmesser: 46 mm
- Gewicht: 35 g
Material:
- Gehäuse: Holz
- Deckel: Aluminium
- Lünette: Nickel (?)
Werbung aus dem Jahr 1915 (wurde in der VONIN -Akte gefunden)



(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Schachtel mit den Flaggen der gegen Deutschland damals kämpfenden Nationen: Frankreich, Großbritannien, Holland, Luxemburg, Russland und Belgien (die USA kamen erst später dazu).

Die Bedienungsanleitung

(Kopien erhältlich)



 (Oben: Teil 1 - für Teil 2 bitte Bild anklicken )
(...)
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AUSTRALIEN

Mark III Modelle wurden in Australien während des 2. WK und auch nach 1966 von J. W. Handley in Melbourne gefertigt. Zu dieser Zeit war der Patentschutz abgelaufen und Australien produzierte für seine eigenen Streitkräfte.

AZIMUT (A3ИMYT bzw. a3uMym auf Russisch)

Steckbrief: Modellname des russischen Herstellers московский опытный завод энергоприбор (Moscow Plant Energopribor). Instrument vermutlich in den 60er/70er J. hergestellt? (es liegen keine weiteren Daten vor).



(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)

Dieses Instrument mit Himmelsrichtungen in deutscher Sprache war höchstwahrscheinlich für den Export in die DDR bestimmt.

Die Magnetnadel is quasi unsichtbar. Ein orangefarbener Pfeil


Das Logo (drei Balken in einem Kreis) befindet sich über dem Lineal (Null der Anlegekante)


Der Hersteller- Name in Klein- buchstaben auf der Papp- schachtel: "a3uMym" (m = t!)
Datenblatt
- Abmessungen: 85 x 60 x 19 mm
- Teilung: 360 deg.
- Leuchtmarken: 2 Punkte bei Norden, je 1 Pkt. bei O, S, W, ein Dreieck auf der Nadelspitze
- Lineal: 60 mm (weiße Farbe)

Der Herstellername in Großbuchstaben an der Unterseite des Gehäuses:

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- B -

BAILLE LEMAIRE

Steckbrief: Die Fa. LEMAIRE war Bestandteil der Gruppe BAILLE LEMAIRE Fils & Cie, die Automobile um die Jahrhundertwende (1898-1905) gefertigt hatte.  Das Unternehmen meldete unter diesem Namen ein Patent an (Nr. 1.041.917, erteilt am 3. Juni 1953), in dem eine Modèle 49 genannte, modernisierte Version des bekannten Kompasstyps Modèle 1922 beschrieben wurde. Außerdem wurde unter diesem Namen eine Version des 1922er Modells mit Prismenoptik und Flüssigkeitsdämpfung angeboten (s. Lemaire-Kompasse).

Dreiseitenansicht
gemäß dem Hauptpatent



Höhenwinkelmesser-Funktion
gemäß der Patentergänzung




(Zum Vergrößern, Zeichnungen anklicken)
Diesem Patent lag das Konzept des Modèle 1922 mit durchsichtiger Kapsel zugrunde, aber es verfügte zusätzlich über einen nach unten ausklappbaren Spiegel ähnlich den Konzepten der chweizer Hersteller RECTA und BÜCHI. Das System wurde noch um eine Höhenwinkel-Messfunktion ergänzt (Nr. 62.195 vom 29. Dezember 1954). Die Idee wurde von der französischen Armee im 1. Vietnam-Krieg getestet. Etwa um diese Zeit wurde auch der deutschen Kompasstyp Bézard eingeführt, dessen UBK-Modells  (Universal-Bézard-Kompass) diese Funktionalitäten bereits seit der Mitte der 1930er Jahre bot. Mit dieser Entscheidung hat die französische Regierung möglicherweise den Rückgang der Kompassindustrie in Frankreich beschleunigt. Es ist nicht auszuschließen, dass diese Entscheidung durch besonders günstige Preise der deutschen Produkte (quasi als Reparaturzahlung) motiviert wurde.
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BARIGO

Steckbrief: Deutsches Unternehmen mit Sitz in Schwenningen. Die 1929 gegründete Barometerfabrik Richard GOES (BA-RI-GO) fertigt hauptsächlich Barometer.



(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Datenblatt
- Abmessungen (ohne Tasche):
74 x 50 x 18 mm
- Gewicht (Kompass): 65 g
- Material:
. Gehäuse: Acryl
. Tasche und Schlaufe: Leder
- Peilung: durch einen quadratischen Ausschnitt und über den Metallspiegel im Deckel.
- Im Gehäuse liegt unter dem Kompass eine stark nachleuchtende Folie.

Anmerkung: Die Ledertasche dient nicht nur dem Schutz und der Unterstützung der Peilung. Das Acrylgehäuse sollte nur bei Bedarf angefasst werden, da es sich während der Handhabung (beispielsweise mit Wollkleidern) sehr leicht statisch auflädt. Die Nordspitze der Magnetnadel bleibt dann am Boden haften, wodurch der Kompass längere Zeit unbrauchbar wird.
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BARKER (Francis BARKER & Son)

Steckbrief: ehemaliges britisches Unternehmen (mehr Informationen HIER und in unseren LINKS).
S. a. Taschen-, Geologen-, Marine-, Flucht- und Armbandkompasse

Chronologie der Barker-Marschkompassmodelle:
(Die Links führen zu Einträgen mit allgemeinen Erläuterungen zu den Kompasstypen)

1868-75 (?) - Prismenkompass mit Singer-Typ-Rose und in einem neuartigen Gehäuse, das später für das Verner-System verwendung fand.
1903 - R.G.S. (Royal Geographical Society) Muster: s. Armbandkompass und Steward
1910 - Service Pattern Liquid Prismatic Compass -  Vgl. mit dem Modell The Reflector  (s. Foto rechts)
1916 - Linsenkompass (Bild und Beschreibung: siehe DOLLOND)
1930 - Mk II Liquid Prismatic Compass
1932 - Mk III Liquid Prismatic Compass
1939 - Mk IX Dry Card Prismatic compass (ein normaler Verner-Typ)
1942 - 42 Pattern Liquid Prismatic Compass
1966 - Mk 1 Liquid Prismatic Compass (wie Mk III aber mit 6400 Strich-Teilung)
1971 - M-71 - Übergang von Radium zu Tritium-Leuchtmarken
1972 - M-72 - Andere Befestigung des Deckels (verschraubt anstatt gelötet)
1973 - M-73 (wird noch gebaut - s. PYSERs Website)
1980 - Aerolight
1988 - M-88 (wird noch gebaut - s. PYSER's website - s. Foto rechts)
Anm.: Die britische Armee verwendet gegenwärtig das Modell M-88. Das Vorgängermodell war der M-73-Kompass
(vgl. mit den ähnlichen Kompassen der Fa. STANLEY G150 und SILVA Mark IV).

Zur Chronologie der verschiedenen Mark-Bezeichnungen siehe MARK unter VERSCHIEDENES/Terminologie. 

Bildertafel
- 1. Reihe: Dieser Kompass stellt eine Zwischenstufe zwischen den großen Geologen-Prismenkompassen vom Typ Schmalcalder und den späteren Modellen nach Verners Muster dar. 
Dieses Instrument wird in den vorliegenden Barker-Katalogen nicht aufgeführt.
- 2. Reihe: Modell Mark V
- 3. Reihe: Linsen-Kompassmodelle
- 4. Reihe:
MK 1, DICI, Pattern 42 und Mk III
- 5. und 6. Reihe : M72 und M73

Wenn nicht anders angegeben sind alle Fotos dem Buch TRADEMARKLONDON mit der Genehmigung des Autors entnommen
(Z
um Vergrößern, Bilder anklicken).

0 -  Das Urmodell?



Großformatiger Marschkompass mit den selben Abmessungen wie die topografischen Kompasse von Schmalcalder aber mit angelenktem Deckel und Visierlinie (Diopter) in einem Glasfenster.




Der angenietete Ring scheint nachträglich hinzugefügt zu sein.
Datenblatt
- Gehäusedurchm.: ... mm
- Durchm. Kompasskarte: mm
- Dicke: mm
- Teilung: 360°
- Gravur rückseitig: D /|\ D  (Dept. of Defence + Dreizack der British Army) A.860 (Serien-Nr.?)
- Verriegelung: seitl. Schieberiegel
- Brems-Druckknopf unter der Anlenkung des Deckels (s. nächster Artikel)
- Kein Abdeckungsblech der Prismenoptik

Obwohl nicht signiert wird dieses Instr. BARKER zugeordnet weil es mit dem nächsten baugleich ist. Es wurde in den 1840er J. gefertigt. Vgl. mit den großen Marschkompass-Modellen von Stanley Steward
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0 - ...?


Fotos Jaypee/Compassipedia




F.BARKER & SON - LONDON E.C.
Hersteller-Name und Adresse auf der Kompassscheibe unter der West-Ost-Linie
Datenblatt
Abm.: (Standard Verner's pattern):
- Gehäuse-Durchm.: 52 mm
- Kompass-Scheibe-Durchm.: 44 mm, Aluminium
- Dicke (geschl.): 20 mm
- Teilung: 360°
- Keine Gravur an der Rückseite
- Verriegelung: Typ Verner VII
- Brems-Druckknopf auf der rechten Seite, das einzige Exemplar bekannt.
- Spätes 19. Jh.
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1 -  Modell-Bezeichnung (?)

Zylindrisches Gehäuse in Taschenuhrform. Vorläufer des späteren Verner-Systems. Möglicherweise die erste Ausführung eines Kompasses in dieser Form und Größe.

Datenblatt
- Gehäuse-Durchmesser: 50 mm
- Visierfenster-Durchm.: 19 mm
- Verriegelung der Kompassscheibe: mittels Druck-Zugschieber im Tragring. Der kleine Druckknopf zur Abbremsung der Pendelbewegungen der Kompassrose befindet sich hier unter der Deckelanlenkung.
- Die Visiereinrichtung besteht aus einem feinen Strich im Fenster des angelenkten Deckels.
Der Verkäufername auf der Kompassscheibe gemäß Singers Muster:
E. Lennie - 46 Princes St., Edinburgh


Unten: Version mit schlichtem Singer- Muster

Das Logo von F. Barker & Son mit dem Buchstaben S richtig herum. Dies bedeutet, dass das Instrument noch vor Barkers Tod im J. 1875 gefertigt worden ist.

Modell mit zwei Visierhilfen: Linse und Prisma. Vertrieb durch C. J. CAUPP & Co. Hong Kong. Spiegel in einem zusätzlichem Deckel und Linse vor dem Prisma.
Anm.: Wurde vermutl. vom Vizeadmiral der russischen Flotte A. G. von Niedermiller (1851-1937, Übers.: s. vergrößerte Ansicht) einem unbekannten Offizier übergeben.


2 -  Verner's Pattern Mark V


Fotos Mark Thompson




F. Barker & Sons Markierung, 1907.

Dieses besondere Kompassrosen-Muster hieß Service Pattern


Datenblatt
- Durchmesser: 50 mm
- Großes Visierfenster-Durchm.: mm


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3 -   Linsen-Kompass
Barker entwickelte und patentierte 1916 (Nr. 103.019) das Prinzip des Linsenkompasses. Diese technische Lösung wurde später in zahlreiche Instrumente implementiert (USA), aber Barker zog das viel präzisere prismatische system vor.

Der Rand der Windrose ist nach oben angewinkelt in der Patent- Beschreibung (Fig. 1, letter "g" - Beispiel: HIER klicken)


Foto Nick Godridge 
Bild anklicken: Ansicht der Windrose

Das Fenster im Deckel war größer und zentriert bei diesem Modell aber kleiner und dezentriert in Richtung Anlenkung in der endgültigen Version (Bild rechts).



(Foto Jaypee - Beschreibung HIER)

4.1 - Modelle '42 Pattern' und Mark III


42 Pattern
Es weist ein anderes Prismenschutzblech auf. Der Durchm. beträgt nur 50 mm, die Verriegelung der Lünette steht bei 2 Uhr und der Ring is manchmal flach. Es hat ihn auch mit der Kompassscheibe vom Mk III gegeben (Bild: hier anklicken - Mehr Fotos im Artikel T.G. Co. Ltd. London)

Das Modell Mk III wurde im offiziellen Handbuch der British Army Manual of Map Reading and Field Sketching (1955) beschrieben (Fotokopien erhältl.) 
Bild r. anklicken : Ansicht mit Text)

Die Modelle 42 Pattern (l.) und Mark III (r.) mit Teilungen und Himmelsrichtungen in weißer Farbe um das Gehäuse herum (Link zum Bild: Seitenansicht- vergleich).

4.2 - Modell Mk 1
Modernisierte Version des Mk III-Kompasses mit Strichteilung und ohne Himmelsrichtungen an der Außenseite. Tritium- anstatt Radium-Beleuchtung. Wurde von der französischen Armee von ca. 1970 bis Ende der 90er J. verwendet.


Datenblatt
- Durchm.: 58,5 mm
- Teilung: Strich (in Schritten von 20 Strich)
- Genauigkeit: ca. 5 Strich.
- Gewicht: +300 g
- Beleuchtung: Tritium-Kapseln


Bild oben: Auszug aus dem Manuel Technique MAT 1935 (Beispielseite durch Anklicken aufrufbar)
Technische Dokumentation der Armée Française
(in franz. Spr.)

- Notice MAT 1884, Version 1970 (éd. 1983, s. Bilder u. A5, 12 S.)

- Manuel Technique MAT 1935 (1970, Beschr., Gebrauchsanweisung, Bebilderter Teilekatalog und Instandsetzungshandbuch, A4, 96 S.)



(Fotokopien auf Anfrage erhältlich)





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4.2 - Modell Mk III (OMI) mit arabischer Beschriftung

(S.a. ISRAELs Version)
 

Fotos Ion Argyriadis
Zum Vergrößern, Bilder anklicken
Die Beschriftung der Kompassrose, des  Teilungsrings und der umlaufenden Außengravur war komplett in arabischer Sprache (s. Verschiedenes / Himmelsrichtungen).

 

Hersteller (rücks.): NISTRI OMI* ROMA.
*Ottica Meccanica Italiana
Dieses Unternehmen agierte vermutlich nur als Zwischenhändler. Es wurde in den 1980er J. geschlossen. S.a. OMI-Luftfahrtkompasse.
Datenblatt
Teilung: 360 Grad, rechtsdrehend, Nordmarke  auf der Kompassscheibe aus radiumhaltiger Farbe, Tritiumröhrchen am Teilungskreis
Rückseite: Der Text unter den gekreuzten Schwertern bedeutet: Saudi Army
Serien-Nr. 1472
 
MKIII der belgischen Armee (A.B. = Armée Belge, BL = Belgisch Leger) gefertigt gegen 1968/69, Einführung der MILS-Teilung.


Foto o.l. Chr. Heyden

Schutzgitter
S. u. das verbesserte System des M-73

5 -  M-71 (links) / M-72  (r.)
Foto r.: Mischversion d.h. MILS-Teilung auf einer M-71-Kompassrose (die  Nordmarke ist ein Dreieck)
Detailansicht der Zifferblätter von M-72 und M-73: Bilder o. und u.l. anklicken
M-71/M-72 - Datenblatt

Material: Messing-Gehäuse und -Deckel
Gewicht: 315 g

Die Nordmarke des M-71 war ein Dreieck mit Tritium-Röhrchen auf der Scheibe sowie auf der Außenskala. Dieses System folgte auf die Raute und die großen Radiummarken des Mk III Modell (s. T.G. Co. Ltd).





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6.1 - M-73 (360°)
   

Vergoldete Präsentationsversion (24 Kt.) Hergest. 2006 (1 Los von 10 St. - Foto TML)


(Fotos Jaypee)

Vergleich der Anlenkungsmechanik
Links: Mk III (verschweißt)
Rechts: M-73 (verschraubt)
M-73 - Datenblatt
(s.a. PYSERs Website)
Material: Aluminum-Gehäuse und -deckel
Gewicht: 215 g

Bedienungsanweisung (in engl. Sprache):
Download von der Website www.trademarklondon.com

Es gab ihn in 3 verschiedenen Versionen: mit einer Skala à 360 Grad, à 6400 Strich (NATO) sowie mit 6000 Strich (Bezeichnung: DICI) wie bei den Armeen der Ostblockstaaten und einiger arabischer Länder (s. o.). Letzteres war eine Sonderanfertigung für arabische Länder, u.a. für Saddam Husseins irakische Truppen (s. nächste Reihe)

6.2 - M-73 TYP KOMPASSE DICI
Teilung: 6000 Strich.

Diese Instrumente weisen den arabischen Buchstaben dschim in einem Dreieck auf, dem  Emblem der irakischen Streitkräfte in den 1970er Jahren.




Mehrere Hersteller bzw. Händler wie  ENBEECO oder DOMINION haben solche Kompasse vertrieben (s. rechts)
Hersteller : ENBEECO
Anagramm von Newbold & Bulford Co. Ltd. Dieses Unternehmen hat eine zeitlang derselben Gruppe angehört wie Francis Barker & Son Ltd. Sie besaßen die Technologie und die Werkzeuge, so dass es ENBEECO- Kompasse gibt, die dem M-73 stark ähneln.

Hersteller : DOMINION
Dominion war ein Waffenhändler mit Basen in Kanada und anderen Commonwealth-Ländern. Der Name wurde später in Imperial geändert. Die Fa. wurde später wieder verkauft. Dominion stellte keine Kompasse her, sondern brachte nur seinen Namen auf die Produkte von Großhändlern auf. Dieser Kompass könnte wohl ein STANLEY G150 sein. (Quelle: Trademarklondon.com)

 

Foto M. Jamison

6.3 - AEROLIGHT

Dieses Instrument wurde in den 1980er J. produziert, aber wegen Dichtigkeitsprobleme bald durch das Modell M-88 ersetzt. Es diente Israel als Basis für die nachgebaute Version IDF (Israel Defense Forces).


Fotos Gail & Phil Ralph
(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)


Das Aerolight-Modell wurde nie für die NATO zugelassen: es trägt kein NATO Stock Number sondern nur einen Aufkleber mit dem Herstellernamen
Datenblatt

Teilung: nur Strich



Die Information, dass der Winkelwert mal 100 zu multizieren ist, wird auf der Kompassscheibe FÜNF mal wiederholt!

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BELFIELD

Steckbrief: Unbekannter Erfinder / Designer eines Kompasses mit durchsichtiger Kapsel zwischen zwei Deckeln.
Gravur außen: The Belfield Patent Night Marching Compass. Auf dem Deckel steht dauch er Herstellername Steward. Es konnte jedoch kein Kompasspatent auf den Namen Belfield entdeckt werden.
Datenblatt: Abm.: Dicke: 18 mm; Durchm.: 50 mm               (Bild r. anklicken: Ansicht des Deckels)

BÉZARD

Der (originale) Bézard-Kompass wurde von der Firma LUFFT hergestellt. Dem BÉZARD-Kompass wird hier aufgrund des sehr umfangreichen Stoffes ein eigenes Kapitel gewidmet: DER BÉZARD-KOMPASS.
Darin werden auch die zahlreichen nachgemachten Modelle behandelt.
Bild rechts: ein typischer Bézard-Kompass mit seiner Ledertasche

BOUSSOLE DIRECTRICE 

Dieser ca. 1894 geprägte Begriff wurde in der französischen Armee verwendet, um Marschkompasse zu bezeichnen. Als geistiger Vater dieses Systems wird der berühmte französische Offizier général Février betrachtet. Capitaine Desombre erwähnt ihn im langen Beitrag über seine eigene Erfindung La boussole-guide pantométrique erschienen im Januar 1896 in der Revue du Cercle Militaire (Fotokopien können bestellt werden):
Zitat: "Le gén. Février fit appliquer les propriétés de la boussole à la tactique ; sur ses indications, une boussole, connue sous le nom de boussole directrice, fut construite et mise en usage dans les régiments."
(Übersetzung: "Gen. Février ließ die Eigenschaften des Kompasses auf die Kriegstaktik übertragen und es wurde gemäß seinen Anweisungen ein Marschkompass gebaut und in den Einheiten eingeführt.")

Ein weiterer grundlegender Text ist das Ministerial-Rundschreiben (circulaire ministérielle) vom 29. März 1894 (nach dem Originaldokument wird noch im Archiv des französischen Verteidigungsministeriums gesucht), das in der Beschreibung einer entsprechenden Entwicklung LA BOUSSOLE DIRECTRICE (Artikel ohne Autorenangabe, in der Revue du Cercle Militaire vom 13. Mai 1894 veröffentlicht) bzw. im Büchlein La BOUSSOLE DIRECTRICE de marche (1896, erw. Ausgabe, Verf. Capitaine Delcroix - S.a. den topographischen Kompass dieses Offiziers) zitiert wird (Fotokopien aller vorhandenen Dokumente können bestellt werden). 
Ein solcher "Kleinkompass" sollte frei von den "Nachteilen" des ansonsten exzellenten aber zu großen und komplizierten General-Peigné-Systems.
Ein weiterer Marschkompass war derjenige von ROSSIGNOL.

Der Begriff wurde etwa bis zum 2. WK verwendet und bezeichnete meistens den Standardkompass der Soldaten im 1. Weltkrieg (flacher Zylinder, Bilder siehe MORIN). Wann dieser endgültige Design jedoch von wem kreiert wurde ist zZt. noch unbekannt. Wir vermuten ca. zw. 1900 und 1914. Die Vorgabe für die erste Entwicklung war, dass das Instrument klein genug sein musste, um in die kleine Tasche der Uniformjacke passen zu können (... dans la poche-ticket du dolman). Gleichzeitig jedoch sollte es alle Basisaufgaben des Führungsoffiziers ermöglichen als das sind, mit der Karte auf der Etappe und im Gelände arbeiten, Missweisung berücksichtigen, Ziellage ermitteln, Marschrichtung vorgeben und sich danach richten etc.
Gegen Beginn des 2. Weltkriegs versuchte auch die Fa. VONIN einen leichten Kompass zu produzieren.

Anm.: Kurz darauf (1902) ließ der österreichische k&k Offizier Johann Bézard sein berühmtes System patentieren.
(Literatur: s. unter Versch. / Geschichte & Literatur sowie in der Boutique das Dokument 100 ans de boussoles de l'Armée Française)





Zum Vergrößern, Bilder anklicken

Zeichung aus La Revue du Cercle militaire: Beschreibung, Abb. 1

(Bild oben anklicken: Anfang der techn. Beschr.)

Datenblatt
- Gehäuse: Aluminium,  58 x 58 x 15 mm
- Teilkreis drehbar, Durchm.: 50 mm, Palladium
- Teilung: dezimal, 400 gon, rechtsdrehend
- Visiersystem: über Korn und Kimme (plus 2 Körner), wobei im eigentlichen Korn ein Faden in einer kleinen Bohrung befestigt werden kann. Dieser wird dann in den V-Einschnitt der Kimme gelegt und dessen Ende vor dem Auge des Beobachters gehalten, um die Visierlinie darzustellen (Foto: s das weiterentwickelte Modell des Capitaine Delcroix).
- Einzelteile: (Ansicht zerlegt - jedoch ohne die Nadelverriegelung)
- Hersteller: M. Desmichel, 24, rue Pavée-au-Marais (heute "rue Pavée")




   Die Aufbewahrungsschatulle
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BREITHAUPT (clk)

Steckbrief: Deutsches Unternehmen (mehr Informationen HIER).
Alle Breithaupt-Modelle neueren Datums tragen eine mit den Buchstaben "CO" beginnende Abkürzung (für COmpass). Der Sinn ist nicht bei allen eindeutig. Während des 2. Weltkriegs lautete der vertrauliche industrielle Code clk (s.Bild rechts an einem Bakelit-Gehäuse).
Siehe auch Kategorie GEOLOGEN-Kompasse.

Marschkompass (M.Ko)
Kompass-Grundmodell der Reichswehr und der späteren Wehrmacht.


Deckelbeschriftung:
F. W. BREITHAUPT & SOHN
43570
KASSEL

Heeres-Druckvorschrift (H.Dv.362) vom 18 Dezember 1928 (unverändert wieder gedruckt 1940)


Es existierten mehrere Ausführungen: aller Wahrscheinlichkeit nach wurden sie zunächst komplett aus Messing hergestellt. Die umklappbare Anlegekante war anfänglich nur 50 mm lang. Mit zunehmender Werkstoffknappheit während des 2. Welktkriegs wurde die Fertigung umgestellt. Die Deckelform änderte sich und das Lineal wurde auf 60 mm verlängert. Allen gemeinsam war die Teilung: 6400 Strich, linksdrehend. Weitere Unterschiede: siehe Datenblätter.
Deckelformen-Vergleich
(s.a. Zeiss Ikon)


Datenblatt
- Durchmesser: 54 mm
- Höhe: 17 mm
- Gewicht: 130 g
- Gehäuse: Messing
- Deckel: Messing mit "schmaler Nase" und 3 Nieten am Scharnier
- Ring: Nickel
- Lineal: 50 mm, klappbar

Datenblatt
- Durchmesser: 54 mm
- Höhe: 17 mm
- Gewicht: 60 g
- Gehäuse: Nickel
- Deckel: Aluminium mit "breiter Nase" und vier Nieten am Scharnier
- Ring: Messing
- Lineal: 60 mm, umklappbar

Dieses Modell übernimmt die Gehäuseform des von der Firma BUSCH für den Jungendienst entwickelten Kompasses. Es wurde zur Grundform fast aller späteren deutschen Wanderkompasse (s. WILKIE, PASTO) sowie von Militärkompassen im Ostblock (DDR: FPM, Polen und Russland)

Prägung an der Unterseite: Stempel vom Materialprüfungsamt (stilisierte Buchstaben: MP). Das S steht für den Bakelit-Typ und 0W für den (unbek.)  Bakelithersteller (für mehr Information, bitte HIER klicken).
Datenblatt
- Teilung: 6400 Strich linksdrehend
- Abmessungen: 75 x 55 x 20 mm
- Gewicht: 110 g
- Bakelitgehäuse
- Messingdeckel, schwarz lackiert, rau
- Kordel
- Anlegekante: 50 mm
- Firmenname BREITHAUPT neben der Anlenkung des Deckels

Repaturanweisung erhältlich
 

Glatter schwarz lackierter Deckel mit einem großen A in weißer Farbe (ab 1944)

Den Heeresmitteilungen von 1944 ist Folgendes zu entnehmen (Mitteilung vom 25.5.44):
"Gleichzeitiger Gebrauch von "Marschkompass vereinfacht" und "Marschkompass A".
Bei gleichzeitigem Gebrauch des linksläufigen Marschkompass vereinfacht und des neu eingeführten rechtssläufigen Marschkompass A ist zu beachten:
- Marschzahl MKo vereinfacht gleich 64 weniger Marschzahl Kompass A (lesen Sie weiter rechts)
Bedienungsanleitung / Heeresdienstvorschrift vom 10.01.1945
 (Kopie erhältlich)


(Fortsetzung der linken Spalte)
- Marschzahl "Kompass A" gleich 64 weniger "Marschzahl MK vereinf."
Der Marschkompass A war nur deshalb mit einem großen A gekennzeichnet, damit man ihn von den bisher linksläufigen Kompassen sofort unterscheiden konnte, da die Marschzahlen bei ihm im Uhrzeigersinn und nicht wie bisher gegen den Uhrzeigersinn liefen.
(Zitiert nach Militaria-Fundforum)
Datenblatt
- Teilung 6400 Strich rechtsdrehend
- Abmessungen: 75 x 55 x 20 mm
- Gewicht: 110 g
- Bakelitgehäuse,
- Messingdeckel, schwarz lackiert
- Kordel
- Anlegekante: 50 mm

Bei diesem sogenannten Marschkompass "A" ist die Drehachse der Magnetnadel durch eine schwarze Scheibe mit einem weißen, die OST-WEST-Achse darstellenden Balken verdeckt. Dieses Design findet sich bei den späteren Nachkriegsmodellen der Fa. FPM wieder, wobei der Balken in den Armeen des Warschauer Paktes auf der N-S-Achse lag.

Repaturanweisung erhältlich.
COKIL




Dieser Kompasstyp heißt COKIL (KILometerzähler), wenn mit Kurvenmesser, bzw. COMAR (MARching) wenn ohne. Er wurde bereits in den 1930er J. und wird noch in China nachgebaut (siehe weiter unten "CHINA", Typ 5-1 und 6-2). Breithaupt produzierte ihn bis in die 60er J.
 
Datenblatt
Serien-Nr. (Foto): 65142
- Durchmesser: 60 mm
- Höhe: 20 mm
- Gewicht: 170 g
- Aluminiumgehäuse und -ring,
- Lineal: 100 mm (aufgeklappt)
- Neigungsmesser in Grad (0-60°)
(Modell mit 0-45°: HIER klicken)
- Wehrmacht-Feldgrau lackiert

Auf dem Zifferblatt ist die Abkürzung DRGM (Gebrauchsmuster für das III. Reich), aber auf dem Teilkreis wird die Himmelsrichtung OST mit zwei Buchstaben (OE) angegeben:
O für OST und E für EAST, was vor 1945 undenkbar gewesen wäre.
Auf der Außenseite ist zusätzlich zum Kurvenmesser eine Tabelle, die derjenigen des PEIGNÉ-Systems nachempfunden ist (siehe Geologen- und Artilleriekompasse).



(Fotos Peter Spielberg).
Marschkompasse CODOP (mit doppelter Teilkreis) und COLIM (mit durchsichtigem Boden). 40er Jahre. Seriennummer: 103201.

Datenblatt
Zusätzlich zum Pendelklinometer besaß dieses Modell eine Libelle und einen durchsichtigen Glasboden. Am Anfang und am Ende des 10 cm Lineals befinden sich je eine rote und eine schwarze Marke als Visierhilfe zum Bestimmen eines Höhenwinkels. Die Arretierung der Magnetnadel erfolgt mit einem manuell betätigten Hebel (neben dem Teilkreis).

GEBRAUCHSANWEISUNG (s. Boutique)
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Nach dem 2. Weltkrieg baute Breithaupt ab den späten 1950er J. einen flüssigkeitsgedämpften, CONAT (COmpass NATO) genannten Marschkompass für die 1956 neu gegründete Bundeswehr. Wie man auf der Abb. im Patent (s. Tabelle unten) und auf dem Bild rechts sehen kann, war der Teilkreis zunächst direkt unter dem oberen Teil der Kapsel aufgedruckt. Die Serien-Nummer des Instrumentes befand sich aber schon immer an der Gehäuserückseite neben dem Scharnier und nicht links neben dem Daumenring (wie hier 900 auf dem Foto r.) und die helle Fläche auf dem Gehäuse (Notizblock für Marschzahl) war vielleicht zuerst auf der linken Seite geplant. Es gab zusätzlich  eine angeschraubte Marke für dei Marschzahl. Beim frühen Modell ist das Korn der Visiereinrichtung flächig mit Leuchtfarbe beschichtet (Dreieck mit der Spitze nach unten) und die Kimme Y-förmig. Bei späteren Modellen wurde in das Korn eine Nute eingefräst und mit Leuchtfarbe gefüllt. Das Bild rechts ist einer maschinen-geschriebenen Beschreibung in französischer Sprache aus dem J. 1958 entnommen*. Darin wird auf das radioaktive Material der Beleuchtung hingewiesen (Link: Ansicht mit Strahlenmessgerät: 0,94 µSv/h = 10facher Wert der natürlichen Hintergrundstrahlung). Dies wird in der TDv 6605 durch eine Warnung bestätigt.
Bild links: Ein früher CONAT 2 mit der Versorgungsnummer (VSGN) 12-123-9866 und mit grau gewordenem, radiumhaltigem Leuchtmittel der Himmelsrichtungen. Auf manchen Modellen wurde diese Nr. durch einen Aufkleber mit der NSN 6605-12-341-8467 überklebt. Die Magnetnadel war rot und schwarz. Die untere Platte war noch nicht schwarz sondern transparent (s. Bild rechts).

*Anm.: Der Übersetzer kannte das für den deutschen Begriff Strich verwendete Symbol (ein langer Bindestrich '—') offensichtlich nicht und ließ es stehen, anstatt das französische Wort 'millièmes' zu verwenden. Auf der Website dieses Herstellers war der Fehler im Mai 2013 immer noch nicht korrigiert und in der spanischen Version übrigens auch nicht!

(Siehe auch die anderen Modelle, die bei der Bundeswehr verwendet wurden).

Modell CONAT




Im Patent (Nr. 1730856 - 1956) wurde ein System beschrieben, bei dem der Spiegel beim Aufklappen über eine Doppelanlenkung erhöht und bei 45° automatisch arretiert wird. 

Bild: Patent, Abb. 1-4 (kompl. Fotokopie erhältlich)



Der Spiegel darf nicht mit Gewalt aus der aufgerichteten Stellung auf die Kapsel flach gelegt werden, da sonst das Mechanismus beschädigt wird (Foto vom Warnhinweis).




Foto unten: Anwerbe-Aktion der Bundeswehr aus dem Jahr 1967 (Bild anklicken zur Darstellung des kompletten Blatts - Fotokopie verfügbar).


Datenblatt
- Abm.: 65 x 58 x 20 mm
- Gew.: 120 g
- Anlegekante: 110 mm
- Teilung: 64oo Strich, rechtsdrehend
Beschriftung der Deckel-Innenseite:
- Hersteller-logo
- NATO-Versorgungsnummer (NSN)
- Bezeichnung des Kunden: BUND bzw. BUNDESWEHR, manchmal mit einem weißen Punkt darunter (Bild l.). Die ältesten trugen einen Stempel mit einem symbolisierten Adler (rot oder weiß) ohne Angabe des Bedarfsträgers. Die Abk. BWB steht für Bundesamt für Wehrbereich und Beschaffung.
Vom CONAT gab es eine Ausführung mit Tritium-Leuchtmittel*, erkennbar am ³H-Symbol* im Deckel (Link zum Foto). Es sind mehrere  Versorgungs-Nr. bekannt:
• 12-123-9866
• 6605-12-135-2210 (Aufkleber)
• 6605-12-341-8467
(in den 50er J. mit Radiumhaltiger Farbe der Himmelsrichtungen).

Bei den ältesten Modellen war ein Anschlagstift seitl. unter der Anlenkung angebracht.
Das Fertigungsdatum der Kapseln ist im Boden eingeprägt (hier: 4/90).

* Anfang der 90er J. ausgemustert.

BUNDESWEHR-GEBRAUCHSANWEISUNG einschl. technische Dokumentation (TDv 6605/011-15) verfügbar - ebenso die Herstellerdokumentation.


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BRUNSON

Steckbrief: US-Hersteller, von A. N. Brunson in 1927 in Kansas City, Missouri, gegründet. Lesen sie die komplette Geschichte der Fa. (Englisch) auf ihrer eigenen Website: www.brunsonkc.com.


(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Standard Linsenkompass der US-ARMY.
Quasi identisch mit dem Produkten von Cammenga, Stocker & Yale (SandY) usw.
Diese Kompasse enthalten Tritium (³H) und sind schwach radioaktiv. Mehr Bilder bei CAMMENGA.
Datenblatt
- Abmessungen: ... x ... x ... mm
- Gewicht: ... g
- Datum: 12/62

BRUNTON

Steckbrief: Es gibt eine BRUNTON (.com) genannte Fa., von der wir nichts wissen. Sie vertreibt Kompasse übers Internet, u.a. Weiterentwicklungen des berühmten BRUNTON Pocket Transit compass (s. GEOLOGEN-Komp.). Beispiele von Marschkompassen (Bild r.): Dieses absolut einfach und billig gebaute Instrument wird hier für 99,99 US dollar (!) verkauft, aber wir vermuten, dass es sich um einen Tippfehler handelt, wenn man mit dem solideren Typ BRUNTON 9077 vergleicht, der nur $9.99 kosten soll (Bild anklicken für vergrößerte Ansicht und Vergleich beider Instr.). Schauen Sie sich auch dieses kritische Video über einen anderen an sich ebenfalss sehr simplen Kompass: Trekker Outdoor.

BÜCHI

Steckbrief: Schweizer Unternehmen. Siehe Herstellersteckbrief.
Auf diesem Kompass steht: "Pat. NIEDERMANN". Gemeint ist Albert Niedermann, der für dieses System das Patent Nr. 152.634 am 15. Febr. 1932 in der Schweiz erhielt (französische Version: Nr. 728.940 vom 13. Juli 1932, Paris). Mehr Informationen im Niedermann-Artikel.
Dieses Patent ist insofern interessant, weil es einen nach unten um 45 Grad geneigten Spiegel beschreibt. Dieses System wurde zehn Jahre später von RECTA und nach dem 2. Weltkrieg auch von WILKIE ebenfalls verwendet.
(Siehe auch Geologen- und Artillerie-Kompasse).

BÜCHI, Modell I


Rechts: die bis zum Jahr 2000 gefertigte moderne Version



Abb. 1 auf Bl. 3 aus dem NIEDERMANN- Patent
Datenblatt
- Abmessungen: 92 x 65 x 18 mm
- Gewicht: 130 g
- Zwei Maßstäbe: 1:50.000 und 1:100.000

Anm.: In einer Bergsteiger-Zeitschrift (Die Alpen, 1943) empfiehlt ein Benützer, den Teilkreissteg ähnlich wie beim Bézard- Querband ("ORIGINAL bzw. PATENT- BÉZARD") als West-Ost-Linie auf die Karte zu legen und die Gehäusekante als Lineal zu verwenden.

Fotokopien der Gebrauchsanweisung in Deutsch, Englisch und Spanisch sowie des obengenannten Fachartikels erhältlich.
BÜCHI, Modell II



Mit Hilfe einer einfachen Vorrichtung (zwei Stifte und zwei Skalen) können Neigungswinkeln gemessen werden: eine Skala (s. Bild oben) mit drei Pluszeichen (+) für die positiven Steigungen und die andere Skala mit drei Minuszeichen für negative Steigungen (s. Bild oben, +58%). Weitere Details in der Gebrauchsanweisung.




Seitenansicht (Anlegekante)

Auf diesem Kompass steht: "Pat. NIEDERMANN". Gemeint ist Albert Niedermann, der am 31. August 1938 für dieses System in der Schweiz das Patent Nr. 199.512 erhielt.

Ansicht geöffnet zum Legen auf eine Landkarte
 
GEBRAUCHSANWEISUNG erhältlich

Datenblatt
- Abmessungen: 94 x 65 x 20 mm
- Gewicht: 190 g
- Doppelte Neigungsskala an der Seitenkante des braunen Bakelit-Teils: 0-110% (positiv und negativ). 
- Anlegekante (s. Bild links): Maßstab 1:50.000 = 8 km



Abb. 1 auf Bl. 3 des NIEDERMANN-Patents Nr. 199.512 (1937)
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BUNDESWEHR

Marschkompasstypen, die in der Bundeswehr seit Ihrer Gründung (1956) bis heute Verwendung fanden oder für die Bw entwickelt wurden:
- ASKANIA
- BÉZARD
- BREITHAUPT
- BUSCH
- WILKIE
(s.a. Geologen- und Artilleriekompasse sowie den Ansteckkompass von SILVA, der bei Luftwaffe verwendet wird.)

BURNAT, Henri

Steckbrief: früherer französischer Hersteller von Instrumenten für Wanderer. Der Firmen-Name war am Anfang Baudet-Burnat, mehr darüber HIER). Henri BURNAT ließ sich mehrere Erfindungen patentieren, darunter ein System zur Befestigung der Kompasskapseln in den Gehäusen. Er produzierte Kompasse, Höhenmesser und Schrittzähler. Das Firmenlogo (auf der Kompassrose über dem Himmelspunkt SÜD angebracht) stellte einen Kartenleser dar zusammen mit den Anfangsbuchstaben H(enri), B(urnat) und PARIS.

Der vorliegende Marschkompass ähnelte dem berühmten Modèle 1922, aber er bot zahlreiche weitere Funktionalitäten.
Siehe auch Taschenkompasse (Burnat und Baudet).
(Es liegen keine weiteren Daten vor - Ihre Hilfe ist gefragt!).



(Zum Vergrößern, Bild oben anklicken)

Die Kompassrose und die Leuchtpunkte an der Kapsel



Oben links: Detailansicht des Neigungsmessers: Neigungen werden in Grad und in Prozent gemessen.
Oben rechts: Zur Messung eines Neigungswinkels wird ein Punkt über Kimme (weißer Strich) und Korn (kurzer Stift) angepeilt (die rote Linie ist nur zur Sichtbarmachung digital hinzugefügt). Der Winkelwert wird im Spiegel abgelesen.

Unten: Beschreibung im Katalog des französischen Campingmaterial-Versandhauses Au vieux campeur (Ausg. 1964):


Datenblatt
- Abmessungen: 85 x 68 x 20 mm
- Gewicht: 90 g
- Spiegel beidseitig poliert für Kompass- und Neigungsmesser-Beobachtung
- Anlegekante: 50 mm
- Neigungsmesserskalen in Grad und Prozent. Jede Skala ist doppelt gedruckt: normal und spiegelverkehrt.
- Flüssigkeitsgedämpfte Rose mit zwei Leuchtpunkten bei NORD. Das Auffüllen der Kapsel erfolgt mittels einer Einfüllöffnung mit Schraubverschluss (links).
- Drei Leuchtpunkte an der Kapsel: einer in der Peilachse, je einer beidseitg in 60 Grad Abstand



Fotos B. Gairaut - Privatsammlg.

(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)
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BUSCH (cxn)

Steckbrief: ehemaliges deutsches Unternehmen (mehr Informationen zur Firmengeschichte HIER).
Siehe auch die Kategorien Taschen- sowie Geologen- und Artilleriekompasse.

Die BUSCH-Kompasse wurden vom Ende des 19. Jh. bis kurz nach dem 2. WK produziert. Das offizielle Logo (Bild rechts) war auf den späteren Kompassen leicht stilisiert: es stellte einen perspektivisch verformten Kompass-Abschnitt dar, der aus einem abgeflachten Dreieck d.h. einer stilisierten Magnetnadelpitze, in dem der Anfangsbuchstabe (B) eingeschrieben war, und einem Sektor einer Kompassrose bestand.

Das vermutlich älteste uns bekannte Instrument ist selten und wenig bekannt. Die Leuchtmarken bestehen aus kleinen Balmain-Leuchtpapierstreifen hinter Glimmerfenstern im Deckel und in der Ringhalterung, bzw. aus kleinen Vierecken bei den Himmelsrichtungen* im Teilkreis sowie aus Leuchtfarbe auf der Magnetnadel. Beim ältesten Modell kann die Marschzahl ohne vorheriges Einnorden der Karte direkt abgelesen werden: hierzu wird die frei rotierende Grundplatte mit Hilfe der flachen Visiervorrichtung (in Form von Korn- und Kimme) gegen Norden d.h. parallel zu den Meridianlinien und das Gehäuse zum vorgegebenen Ziel ausgerichtet.
* manchmal geschwärzt, kaum erkennbar.







(Foto oben A. Brenner)

Dieses Modell existierte auch mit schwarzem Hintergrund (Link zum Foto).



(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)
Datenblatt
- Abm.:
• Länge ü.a. (geschl.): 85 mm
• Dicke (geschl.): 20 mm
• Durchm. (Gehäuse): 55 mm
- Teilkreis: 360° rechtsdrehend, Himmelsrichtungen in Deutsch
- Die Magnetnadel besteht aus einer Aluminiumnadel mit Leuchtfarbe am Nord-Ende, die auf einer echten kurzen Eisennadel befestigt ist. Dadurch kann die Missweisung eingestellt werden. Verriegelung: automatisch beim Schließen des Deckels

Der Tragring ist mittels einer langen konischen Schraube befestigt, was auf eine Fertigung im späten 19. Jh. hinweist.

Es gab zwei Ausführungen: eine Version wies eine Grundplatte mit überstehenden Korn und Kimme sowie Laschen in jeweils 90° Winkel auf, während die andere einen gerändelten Ring aufwies.


Von BUSCH sind vor allem drei Grundformen von Kompassen bekannt. Sie werden in einem Katalog für das Jahr 1935 beschrieben (s. Tabelle nachstehend). Eine frühere Version ist weniger geläufig. Alle späteren Modelle (2. WK) weisen eine linksläufige 6400er-Strichteilung auf.
Datierung von Dokumenten mit Hilfe der Preisangabe: Im Buch Kartenlesen (1934) werden die Preise für die Modelle I und II jeweils mit 30 und 14,5 Reichsmark angegeben.

Der nachstehend beschriebene Kompass wurde vom russischen Kartographen Wladimir N. Adrianoff erfunden und patentiert, dessen berühmter Armbandkompass in der roten Armee und in anderen osteuropäischen Armeen seinen Namen trägt (Adrianova busola). Es wird in einem Schulungshandbuch der Roten Armee ausführlich beschrieben (Anm.: wir brauchen Ihre Hilfe, um es zu übersetzen, vielen Dank im Voraus).

Modell Nr. 3350 gem. Katalog (ca. 1930?). Dieses Modell wurde möglicherweise von BUSCH nicht gefertigt, sondern nur importiert. Es sind nur eine norwegische (s.u.) und eine russische Version (s. Armband/Adrianoff) bekannt.



Beschreibung gemäß BUSCH-Katalog
(ca. 1930?)
Norwegische Version: V für Vest = Westen
Wir besitzen eine andere Version mit folgender Gravur auf dem Deckel: HAKON LUNDE (der wahre Hersteller?) und mit der Anschrift: STORGAT. 24 und einem Datum (Gründungsjahr?) : 1874.

- Bild von Messingdeckel und Originalschachtel.


Foto Totto EIDE
(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)
Datenblatt
- Durchmesser Basis: 54 mm
- Durchmesser  Kompass: 50 mm
- Höhe (Gehäuse): 14,4 mm; Visierdiopter aufgerichtet: 33,5 mm
- Gewicht: 83 g
- Himmelsrichtungen: nur schwarz oder in Radiumfarbe
- Marschrichtungslinie und -Punkt: Leuchtfarbe
- Kompassrose am Gehäuseboden: 360°, kaum sichtbar, weil durch den erhöhten Teilkreis verdeckt
- Teilung des ob. Teilkreises: 0-60, numeriert alle 5, wobei,jeder Abschnitt jeweils in 15 Einheiten (3x5) unterteilt ist, d.h. insges. 180 Einheiten für den Umfang, die je 2 Grad entsprechen.
- Zwei Ösen am Gehäuse scheinen das Tragen am Handgelenk zu ermöglichen, sind aber eher zur Befestigung an einem Kleingeschütz gedacht.
Die Drehbuchse (Halterung für Deckglas und klappbare Korn und Kimme) wird mithilfe eines Kupferdrahts (Link zu Foto) festgehalten.


Jungendienst*-Kompass Modell X  ohne Spiegel (s. Übersicht  der Modelle in der nächsten Tabellenzeile).

Gebrauchssanweisungen (193oer J.). Die Version rechts ist vermutl die Ältere. Der Inhalt ist identisch. Ledigich das Deckblatt variiert.


* Zum Begriff 'JUNGENDIENST': siehe Erläuterung im Glossar unter VERSCHIEDENES / Terminologie


Jungendienst-Kompass Modell XI (mit Spiegel)
Diese Gehäuseform war lange nach dem 2. WK das grundsätzliche Design vieler deutscher Wanderkompasse (siehe PASTO, WILKIE und FPM).


Die Tragetasche war lediglich ein Stoffsäckchen.


Datenblatt
- Abmessungen: 70 x 55 x 18 mm
- Gewicht: 67 g
- Gehäuse: Bakelit
- Tasche: Stoff
- Bedienungsanw. in versch. Dok. wie die Wehrsporttafel 8 (rot, s. BOUTIQUE)

 

Das Unternehmen hatte sich für die zwar von der Hitler-Jugend politisch getrennten aber paramilitärischen Zielen verfolgenden Jugendorganisationen JUNGENDIENST stark engagiert. Es heißt u.a. im Handbuch "DEUTSCHER JUNGENDIENST" (1933), dass der gleichnamige Kompass speziell für diese Organisation entwickelt worden sei. Die Bedienungsanweisung im Handbuch DEUTSCHER JUNGENDIENST ist in gotischer Schrift gedruckt.
Dieses Modell wurde bereits 1928 in der Serie KRIEGSKUNST beschrieben. Die Gebrauchsanweisung war in feldmässigen Einsatzsituationen eingebettet.
Unten: Katalog 1933 - Die beiden Grundmodelle vom Marsch- und Jungendienstkompass (mit und ohne Spiegel, Bakelitgehäuse)

Unten: Die mitgelieferte 6-seitige Gebrauchsanweisung



Bild anklicken: Ansicht auseinander gefaltet
Marschkompass II



Bild oben anklicken: Logo und Ledertasche

Diese Gehäuseform findet sich auch beim BREITHAUPT mit Neigungsmesser und Kartenleser sowie den entsprechenden chinesichen nachgebauten Versionen wieder. FPM fertigte auch einen ähnlich geformten Kompass für die KVP.

Fotos r.: Ein Oberscharführer (mit dem Kompass am Hals) und ein Waffen-SS Sturmmann beim Peilen mit einem Buschkompass Typ II
Der gleiche Gehäusetyp aber mit Fluid-Kapsel und schwarzer Kompassrose. Rechts: die Pappschachtel
  

Datenblatt
- Abmessungen: 65 x 57 x 16 mm
- Gewicht: 70 g
- Gehäuse: Bakelit
- Leuchtlinie auf Glas: Ost-West
- Tasche: Leder

Marschkompaß I
Von diesem Kompass sind zwei Varianten bekannt: die weitverbreitete Standardlösung und die spätere Version mit Fluidkapsel.

Siehe auch das Messmittel PLANZEIGER

Exportversion für PERSIEN:


Datenblatt
- Abmessungen: 68 x 55 x 18 mm
- Gewicht: 130 g
- Gehäuse: Messing
- Ring: Nickel
- Klapplineal: 5 cm

(Bild anklicken: Ansicht vom Kompass offen)

(Bild anklicken: Ansicht vom Kompass offen und zerlegt)
Datenblatt
- Abmessungen: 68 x 55 x 18 mm
- Gewicht: 75 g
- Gehäuse: Aluminium
- Fluidkapsel
- Leuchtlinie auf Glas: Nord-Süd
- Klapplineal: 6 cm
Bedienungsanweisung erhältlich

Diesen Kompass hatte ein US-Soldat im 2. WK aus Italien mitgebracht. Er gehörte der sogenannten  First Special Service Force, die auch unter dem Namen “The Devil's Brigade” bekannt wurde. Diese Einheit setzte sich zusammen aus amerikanischen und kanadischen Commandos und erlebte sehr heftige Kämpfe insbesondere bei Anzio.
Spezialversion des weiterentickelten Jungendienst-Kompasses für die italienischen Truppen Mussolinis.


Fotos T. Schifani
(Bild rechts anklicken zw. Detailansicht)
Datenblatt
- Abmessungen: 75 x 55 x 20 mm
- Gewicht: 110 g
- Gehäuse: Bakelit
- Teilung: 360 Grad rechtsdrehend, Himmelsrichtungen gemäß den Abkürzungen für lateinische Sprachen (NESO - siehe Verschiedenes / Himmelsrichtungen - Frankreich)
- Radiummarken: 2 Punkte bei Nord, je einer bei den anderen Himmelsrichtungen.
- Strich für Magnetisch Nord bei ca. 6 Grad West

 
Ost-West-Balken beschriftet wie beim Bézard-K.
(Detailansicht: Bild rechts anklicken)
Bundeswehr-Modell
 
Die Tragetasche war rechteckig wie beim Bézard-Kompass
Busch-Göttingen (in der Ecke oben links geprägt) entwickelte für die Bundeswehr (Bund, Bw) einen Kompass aus Plexiglas. Er hatte eine durchsichtige Dose und war mit Höhensymbolen zur Entfernungsmessung an der rechten Seite (Gebäude, Lkw, stehende Person) versehen. Außerdem war die Deklinationsmarke einstellbar und sein Spiegel hatte einen Schlitz. Schließlich war er mittels Gummifüsschen gegen Verrutschen auf der Karte gesichert. Er wurde vermutlich jedoch nur in geringer Stückzahl zum Zeitpunkt der Bw-Gründung (1956) gefertigt. Seine NATO-Versorgungs-Nr. war 6605-12-120-1507.

(Fotos Dr. Spielberg und Militaria-Fundforum/Knochensack44)

KOMMENTAR: es ist anzunehmen, dass sich das Gehäuse leicht statisch auflud (siehe BARIGO weiter oben), was die Verwendung unmöglich machte.





Fotos D. Engstfeld
(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)
Die Polizei Nordrhein-Westfalens war bis Ende der 1980er J. auch mit der Nachkriegsversion in schwarzer Ausführung ausgestattet. Bis auf dieses eine Exemplar wurden in der Herkunftsbehörde alle weiteren „entsorgt“!
Die Tragetasche war unten spitz zulaufend. Auf der schwarzen Mittelscheibe war ein aus zwei Strichen bestehender O-W-Balken angebracht.

Die Kompasse dienten früher als Orientierungshilfen bei Durchsuchungen von unübersichtlichen Geländen oder Gebäuden durch die Reiterstaffel oder Diensthundführer als es noch keine technischen Führungs- und Einsatzmittel wie Funk für jeden oder Hubschrauber gab. Sichergestellt ist, dass der Kompass im sog. „Einzeldienst“ in der Behörde Verwendung fand und nicht nur innerhalb von Hundertschaftsverbänden von Polizeieinrichtungen.
(Quelle: Polizei-Präsidium NRW)
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